Flixtrain kämpft in Brüssel gegen Staatshilfe für Deutsche Bahn

24.07.2020 15:53

Berlin (dpa) - Der private Zuganbieter Flixtrain will die geplante
milliardenschwere Staatshilfe für die Deutsche Bahn nicht klaglos
hinnehmen. In einem Schreiben an EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe
Vestager setzt sich der Konkurrent dafür ein, die Unterstützung für
den Marktführer mit Auflagen zu versehen. So sollten Wettbewerber
ihre Fahrkarten über Buchungskanäle der Bahn verkaufen können und
günstigere Gebühren sowie umfassendere Rechte für die Schienennutzung

erhalten. «Wir ziehen auch in Erwägung zu klagen, sollte es keinerlei
Auflagen geben», sagte Geschäftsführer André Schwämmlein dem
«Handelsblatt» (Donnerstag).

Der Bund hatte der Bahn im Zuge des Klimapakets bis 2020 jährlich
eine Milliarde Euro zusätzlich in Aussicht gestellt. Weitere fünf
Milliarden wurden ihr zugesagt, um die Einbußen durch die
Corona-Krise zu bewältigen - im Gegenzug für Sparmaßnahmen im
Konzern. Zudem darf der Staatsbetrieb mehr Schulden machen.

«Die Deutsche Bahn scheint Krisensituationen unablässig zu nutzen, um
ihren Wettbewerbsvorteil zu stärken», kritisierte Flixtrain in dem
Brief an Vestager, der der dpa vorliegt. Zugleich wurden
Expansionspläne bekräftigt: Ziel sei es, bis zum nächsten Jahr mehr
als 30 Städte in Deutschland anzufahren. Geplant sei auch, in Märkte
wie Frankreich, Schweden und Italien einzusteigen.



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