EZB: Banken sollten bis Anfang 2021 keine Dividenden ausschütten

28.07.2020 08:21

Frankfurt/Main (dpa) - Banken im Euroraum sollen nach dem Willen der
Aufseher bis zum 1. Januar 2021 auf die Ausschüttung von Dividenden
sowie Aktienrückkäufe verzichten. Das soll die Fähigkeit der
Geldhäuser in der Corona-Pandemie stärken, mögliche Verluste zu
verkraften und ausreichend Mittel für die Kreditvergabe an
Privatleute und Firmen zu haben.

«Der Aufbau starker Kapital- und Liquiditätspuffer seit der letzten
Finanzkrise hat es den Banken in dieser Krise ermöglicht, weiterhin
Kredite an private Haushalte und Unternehmen zu vergeben und damit
zur Stabilisierung der Realwirtschaft beizutragen», begründete der
Chef der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB), Andrea
Enria, am Dienstag. «Umso wichtiger ist es, die Banken zu ermutigen,
ihre Kapital- und Liquiditätspuffer jetzt zu nutzen, um sich
weiterhin auf diese übergeordnete Aufgabe zu konzentrieren: die
Kreditvergabe.»

Bislang hatte die EZB an Banken appelliert, mindestens bis zum 1.
Oktober dieses Jahres keine Dividenden an ihre Aktionäre auszuzahlen.
Viele Banken strichen in der Folge geplante Gewinnausschüttungen für
das Geschäftsjahr 2019 oder verringerten diese zumindest.

Die EZB beaufsichtigt seit November 2014 die größten Banken und
Bankengruppen im Euroraum direkt, derzeit sind dies 115 Institute im
gemeinsamen Währungsraum, die für fast 82 Prozent des Marktes im
Währungsraum der 19 Länder stehen.



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