Opel-Mutterkonzern PSA berichtet über Geschäft in Corona-Zeiten

28.07.2020 13:46

Wie werden die fusionswilligen Franzosen von PSA samt der Tochter
Opel mit der Corona-Krise fertig? Konzernchef Tavares will Antworten
geben. Am geplanten Zusammenschluss mit Fiat Chrysler wird
festgehalten.

Paris (dpa) - Der Opel-Mutterkonzern PSA wird am heutigen Dienstag
(07.30 Uhr) in Vélizy-Villacoublay bei Paris seine Geschäftszahlen
für das erste Halbjahr vorlegen. Der Hersteller mit den Stammmarken
Peugeot und Citroën hatte bereits mitgeteilt, dass der Absatz von
Fahrzeugen von Januar bis Ende Juni im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um 45,7 Prozent eingebrochen war. Grund war vor
allem die Corona-Krise.

PSA will mit dem italienisch-amerikanischen Hersteller Fiat Chrysler
(FCA) fusionieren und den viertgrößten Autokonzern der Welt bilden.
Das neue Unternehmen soll dann «Stellantis» heißen. Die Fusion soll
nach Plänen der Unternehmen Anfang des kommenden Jahres abgeschlossen
werden. Die EU-Wettbewerbshüter hatten Bedenken geltend gemacht und
eine vertiefte Prüfung eingeleitet, die ursprünglich bis zum 22.
Oktober dauern sollte. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte nun,
dass die Frist ausgesetzt wurde. Der Grund blieb zunächst offen.

PSA hatte im ersten Halbjahr nur rund 1,03 Millionen Fahrzeuge
verkauft. Bei Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall gab es
ein Minus um 53,1 Prozent auf rund 266 100 Fahrzeuge. Die Verkäufe
neuer Modelle wie des Grandland X oder des neuen Corsa hätten sich
aber gut entwickelt, hatte es Mitte des Monats geheißen. Opel gehört
mit Schwester Vauxhall seit rund drei Jahren zu den Franzosen. PSA
hat aber seither Tausende Stellen bei Opel abgebaut.

PSA kam laut Branchenbeobachtern bisher besser durch die Krise als
der große heimische Konkurrent Renault. Der Hersteller mit Sitz in
Boulogne-Billancourt geriet in den vergangenen Monaten in finanzielle
Schwierigkeiten und kann inzwischen einen staatlich garantierten
Kredit von bis zu fünf Milliarden Euro in Anspruch nehmen. Das
Unternehmen hatte bereits den Abbau von weltweit rund 15 000 Stellen
angekündigt, um wieder aus der Krise zu kommen.

PSA-Konzernchef Carlos Tavares hatte im Februar gesagt, sein
Unternehmen sei einer der profitabelsten Autohersteller der Welt. Bei
der Fusion ist der Manager davon überzeugt, zwei gesunde Unternehmen
zusammenzuführen. Branchenexperten wiesen aber darauf hin, dass
FCA unter Führung des inzwischen gestorbenen Managers Sergio
Marchionne auf große Investitionen in Elektroantriebe verzichtet
habe.



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