Remdesivir für 30 000 Europäer: EU-Kommission sichert Bezug

29.07.2020 14:08

Brüssel (dpa) - Zur Versorgung von 30 000 schwerkranken
Covid-19-Patienten mit dem Mittel Remdesivir hat die EU-Kommission
einen Bezugsvertrag mit dem Hersteller Gilead geschlossen. Der
Wirkstoff - die bisher einzige in Europa zugelassene Arznei gegen
schwere Fälle der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit - werde
ab Anfang August geliefert, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch
mit. Die Menge reiche für den dringenden Bedarf in der EU und
Großbritannien und werde gerecht verteilt.

Remdesivir war am 3. Juli zur Behandlung von Covid-19-Patienten ab 12
Jahren zugelassen worden, die an einer Lungenentzündung erkranken und
zusätzlich Sauerstoff benötigen. Kurz vorher hatte die US-Regierung
eine Vereinbarung mit Gilead Sciences bekannt gemacht, wonach sie
praktisch die gesamte Produktionsmenge des Mittels für die nächsten
Monate aufgekauft habe.

Die EU-Kommission zeigt sich aber sicher, mit dem jetzt geschlossenen
Vertrag «den derzeitigen Bedarf in den kommenden Monaten zu decken».
Die Kosten bezifferte die EU-Kommission auf 63 Millionen Euro. Sie
werden aus EU-Mitteln gedeckt. Man verhandele darüber hinaus über die
gemeinsame Beschaffung der Arznei zur Deckung des zusätzlichen
Bedarfs, mit dem ab Oktober zu rechnen sei, hieß es weiter.

Ärzte sehen Remdesivir - der Markenname ist Veklury - nicht als
Allheilmittel, wohl aber als Lichtblick für Corona-Patienten. Eine
internationale Studie mit mehr als 1000 Teilnehmern hatte Ende April
gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer
Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - von 15 auf 11 Tage.
Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt,
zeigte aber eine zu geringe Wirkung.



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