Brüssel genehmigt deutsche Garantie für Reise-Gutscheine

31.07.2020 11:52

Berlin (dpa) - Die Garantie des Bundes für Reisegutscheine bei
Stornierungen wegen Corona hat die Genehmigung aus Brüssel. Die
EU-Kommission billigte die staatlichen Beihilfen in Höhe von 840
Millionen Euro am Freitag. Die Regelung soll die Gutscheine als
Alternative zur Erstattung der Reisekosten attraktiver machen und so
der Reisebranche helfen. Trotzdem haben Kunden das Recht auf
Entschädigung, wenn ihnen das lieber ist.

Die Bundesregierung hatte - wie andere EU-Staaten - zunächst erwogen,
Gutscheine zur Pflicht zu machen. Denn die Reisebranche fürchtet
milliardenschwere Rückerstattungen für Urlaube, die wegen der
Coronavirus-Pandemie abgesagt werden mussten. Doch die EU-Kommission
erhob Einwände. Deshalb entschloss sich die Bundesregierung zu der
Garantie. So müssen die Kunden nicht fürchten, dass sie bei einer
Pleite des Veranstalters auf wertlosen Gutscheinen sitzen bleiben.

Die jetzt von der EU-Kommission genehmigte deutsche Regelung bezieht
sich auf Gutscheine für annullierte Pauschalreisen, die vor dem 8.
März gebucht wurden. Nach Angaben der Brüsseler Behörde hatten diese

- Stand Ende April - einen Wert von sechs Milliarden Euro. Da für
einen Großteil der stornierten Buchungen bereits der Preis erstattet
oder eine Ersatzbuchung angeboten worden sei, gehe es Schätzungen
zufolge noch um abgesicherte Gutscheine im Wert von 1,5 Milliarden
Euro.

Mit der Regelung werde der deutsche Staat dafür sorgen, dass
Empfänger die Gutscheine entweder bis 31. Dezember 2021 nutzen oder
dann den vollständigen für die Reise gezahlten Betrag zurückbekommen

könnten. Das sei im Sinne der Empfehlung der Kommission von Mitte
Mai, Gutscheinlösungen attraktiv zu machen. Die Regelung sei
notwendig, angemessen und verhältnismäßig und somit genehmigt worden,

betonte die Behörde weiter.



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