Alstom-Chef zuversichtlich vor Brüsseler Fusionsentscheidung

31.07.2020 12:12

Paris (dpa) - Der Chef des Zugherstellers Alstom hat sich unmittelbar
vor der EU-Entscheidung zur geplanten Übernahme der
Bombardier-Zugsparte optimistisch gezeigt. «Wir erwarten mit
Zuversicht den Beschluss der Europäischen Kommission, der heute
kommen soll», sagte Konzernchef Henri Poupart-Lafarge am Freitag im
französischen Radiosender France Inter. Die Gespräche mit den
EU-Wettbewerbshütern seien schnell und reibungslos verlaufen.

Der französische Hersteller der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge hatte
die Übernahme der Zugsparte des kanadischen Bombardier-Konzerns im
Februar angekündigt. Nach damaligen Angaben wird es die Franzosen
etwa 5,8 bis 6,2 Milliarden Euro kosten.

Mit Blick auf mögliche soziale Konsequenzen des Zusammenschlusses
sagte der Konzernchef: «Der eine wie der andere hat zahlreiche
Aufträge zu erledigen. Wir werden alle brauchen.» Er bestätigte
gleichzeitig, dass das Werk im elsässischen Reichshoffen verkauft
werden soll, um Vorgaben aus Brüssel zu erfüllen. Zu möglichen
weiteren Zugeständnissen äußerte er sich nicht.

Um Brüsseler Bedenken auszuräumen, hatten Alstom und Bombardier vor
drei Wochen angekündigt, die Bombardier-Produktionsanlagen am
Standort Hennigsdorf bei Berlin zu verkaufen. Zudem will Bombardier
Transportation unter anderem seinen Projektanteil an der Kooperation
für den Hochgeschwindigkeitszug V300Zefiro abgeben. Gewerkschaften
befürchteten, dass Bombardier- und Alstom-Standorte wegen der
Übernahme in Gefahr sein können. Alstom war 2019 wegen Bedenken der
EU-Wettbewerbshüter mit dem Versuch gescheitert, mit der Zugsparte
von Siemens zu fusionieren.



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