Zypern schickt 81 Migranten zurück in den Libanon

09.09.2020 10:16

Beirut (dpa) - Zypern hat 81 Migranten zurück in den Libanon
geschickt. Die Flüchtlinge seien am Vortag in der nordlibanesischen
Hafenstadt Tripoli angekommen, sagte die Leiterin der lokalen
Krisen-Abteilung, Iman al-Rafai, am Mittwoch. Demzufolge handelt es
sich um Syrer und Libanesen, die versucht hatten, von Tripoli über
das Mittelmeer ins rund 170 Kilometer entfernte Zypern zu kommen.
Unter den Migranten seien auch Frauen und Kinder. Alle würden nach
einem Corona-Test zurück in ihre bisherigen Wohnorte gebracht.

Nach einer radikalen Änderung seiner Migrationspolitik schickt das
EU-Mitglied Zypern neuerdings Geflüchtete, die aus dem Libanon
ankommen, umgehend zurück. Der staatliche Rundfunk RIK berichtete am
Dienstag, 45 Menschen seien nur Stunden nach ihrer Ankunft per Boot
zurückgebracht worden. Am Sonntag und Montag waren bereits 114
Menschen abgewiesen worden. Innenminister Nikos Nouris erklärte, der
Libanon sei ein sicheres Drittland. Die Abweisung geschehe im
Einvernehmen mit der dortigen Regierung.

Der Libanon erlebt seit Monaten eine schwere Wirtschafts- und
Finanzkrise. Die Corona-Pandemie und die verheerende Explosion im
Hafen von Beirut haben die Lage weiter verschärft. Viele Libanesen
wollen ins Ausland. In dem Land am Mittelmeer leben zudem mehr als
eine Million Flüchtlinge aus Syrien. Gemessen an der Bevölkerung sind
im Libanon weltweit die meisten Flüchtlinge untergekommen.



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