EU-Testlauf für Datenaustausch nationaler Corona-Apps

14.09.2020 15:34

Brüssel (dpa) - Auf dem Weg zu grenüberschreitenden Corona-Apps in
der EU hat ein erster Testlauf begonnen. Mit den Anwendungen aus
Deutschland und fünf weiteren Ländern werde seit Montag die
technische Infrastruktur geprüft, teilte die EU-Kommission mit.

«Grenzüberschreitend funktionierende Kontaktnachverfolgungs- und
Warn-Apps können ein wirkungsvolles Instrument in unserem Kampf gegen
die Covid-19-Ausbreitung sein», sagte EU-Gesundheitskommissarin
Stella Kyriakides. Nun, da die Corona-Zahlen wieder stiegen, könnten
die Apps andere Maßnahmen wie mehr Tests sowie Kontaktverfolgung
durch Behörden ergänzen. «Reisen und persönlicher Austausch sind
Kernanliegen des europäischen Projekts und des Binnenmarkts», sagte
Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton.

Die EU-Kommission hatte bereits im Juni angekündigt, einen Server
einzurichten, der die nationalen Apps miteinander verbindet und ihre
Daten verarbeitet. So sollen Nutzer nur eine App installieren müssen
und bei Reisen ins Ausland dennoch einen positiven Test melden oder
eine Warnmeldung empfangen können. Der Test wird neben der deutschen
App auch mit den Anwendungen aus Tschechien, Dänemark, Irland,
Italien und Lettland durchgeführt.

Später sollen dann alle Apps Daten untereinander austauschen können,
die auf eine dezentrale Speicherung setzen. Neben Deutschland sind
das derzeit zwölf andere, weitere werden entwickelt oder sind in
Planung. Die französische Anwendung ist nicht darunter, weil sie die
gesammelten Daten zentral auf einem Server speichert und nicht
dezentral auf den Handys.



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