Europäische Airlines fordern einheitliche Corona-Reiseregeln

15.09.2020 13:17

Brüssel (dpa) - Fluggesellschaften aus Europa sehen einheitliche
Reiseregeln in der Corona-Pandemie als wichtigstes Mittel, um die
Nachfrage nach Flugtickets wieder anzukurbeln. Der Branchenverband
Airlines for Europe (A4E) forderte die Regierungen in der
Europäischen Union am Dienstag auf, einer entsprechenden Empfehlung
der EU-Kommission zu folgen. «Es braucht dringend ein einheitliches
europäisches Testprogramm, damit wir überhaupt eine Chance haben, das
Vertrauen der Passagiere zurückzugewinnen», sagte A4E-Geschäftsführ
er
Thomas Reynaert.

Der Chef des britischen Billigfliegers Easyjet, Johan Lundgren, sieht
die Reiselust der Europäer durch die Buchungszahlen bestätigt.
«Sobald Reisebeschränkungen zurückgenommen werden, gehen die
Buchungen durch die Decke», sagte er in einer Videokonferenz mit
Journalisten. Daher würden einheitliche Regeln den Fluggesellschaften
mehr helfen als zusätzliches Geld von den Regierungen.

Nach Ansicht von Sebastian Mikosz vom Weltluftfahrtverband IATA
steckt die Branche noch nicht in der Erholungsphase, sondern immer
noch im Überlebenskampf. Viele Staaten haben Airlines in der Krise
mit Milliardenkrediten vor der Pleite bewahrt. Die Bundesrepublik
stieg bei der Lufthansa sogar als Anteilseigner ein.

Aus Sicht der IATA liegt die schwache Erholung der Ticketnachfrage
nicht daran, dass die Menschen Angst hätten, sich im Flugzeug mit dem
Virus anzustecken. «Aber wenn die Menschen nicht wissen, ob sie
reisen können, kaufen sie keine Tickets», sagte Mikosz. Zudem wirke
eine 7- oder 14-tägige Quarantänepflicht nach der Ankunft oder nach
der Rückkehr faktisch wie ein Reiseverbot. Auch die europäische
Luftfahrtbehörde EASA sieht das Fliegen mit Blick auf die
Ansteckungsgefahr als sicher an. «Der Luftverkehr produziert keine
neuen Fälle», sagte EASA-Exekutivdirektor Patrick Ky.

Seit die coronabedingten Reisewarnungen in der EU und weiteren
Ländern Europas Mitte Juni weitgehend aufgehoben worden waren, haben
einzelne Regierungen wieder Warnungen für Staaten und Urlaubsregionen
verhängt. Die EU-Kommission hatte daher Vorschläge vorgelegt, um
schnellstmöglich gemeinsame Kriterien und Schwellenwerte für die
Einführung von Reisebeschränkungen zu vereinbaren.



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