Von der Leyen für neue «Europäische Gesundheitsunion»

16.09.2020 09:38

Brüssel (dpa) - Nach der Corona-Krise hat EU-Kommissionschefin Ursula
von der Leyen mehr Macht und mehr Geld für die Europäische Union in
Gesundheitsfragen gefordert. «Für mich liegt klar auf der Hand: Wir
müssen eine stärkere Europäische Gesundheitsunion schaffen, es ist
Zeit», sagte von der Leyen am Mittwoch in ihrer Rede zur Lage der
Europäischen Union.

Konkret schlug die Kommissionschefin eine neue EU-Agentur für
biomedizinische Forschung und Entwicklung vor. Zudem drängte sie das
Europaparlament, mehr Mittel für das Gesundheitsprogramm «EU4Health»

auszuhandeln. Grundsätzlich müsse man über die Zuständigkeiten in
Sachen Gesundheit sprechen. Das sei eine lohnende und dringende
Aufgabe für die geplante Konferenz über die Zukunft Europas.

Darüber hinaus werde sie im nächsten Jahr einen globalen
Gesundheitsgipfel in Italien vorschlagen, sagte von der Leyen. Die
Einladung werde sie gemeinsam mit Ministerpräsident Giuseppe Conte
aussprechen, der den Vorsitz der G20 haben werde.

Man müsse dafür sorgen, dass die EU für künftige Krisen besser
gewappnet sei und auf grenzübergreifende Gesundheitsgefahren
reagieren könne. Von der Leyen würdigte erneut die Leistungen vor
allem von Ärzten und Pflegern in der Corona-Krise und bekräftigte,
dass Europa nach anfänglichem Egoismus den Wert der Gemeinsamkeiten
wiederentdeckt habe.

Doch habe die Pandemie gezeigt, wie fragil und verletzlich die Welt
sei, aber auch die europäische Wertegemeinschaft sei. Die Menschen
wollten diese Unsicherheit hinter sich lassen. Sie seien bereit für
einen Neuanfang. «Europa muss nun den Weg weisen, um diese
Unsicherheit in neue Kraft umzumünzen», erklärte von der Leyen.



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