EU-Ratspräsident auf Zypern: Die Rechte der EU-Staaten respektieren

16.09.2020 11:52

Nikosia (dpa) - EU-Ratspräsident Charles Michel hat bei einem Besuch
im EU-Land Zypern die Türkei aufgerufen, die Rechte der EU-Staaten im
östlichen Mittelmeer zu respektieren. Ohne Ankara beim Namen zu
nennen erklärte Michel: «Wir müssen absolut klar sein, was die Rechte

aller EU-Staaten (in der Region) betrifft.» Zuvor hatte sich Michel
mit dem zyprischen Staatspräsidenten Nikos Anastasiades getroffen.

Die Türkei führt seit Monaten Bohrungen und Forschungen nach Erdgas
in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Zyperns durch. Die EU
hat das verurteilt. Zypern fordert die Verhängung von Sanktionen
gegen die Türkei. Diese Bohrungen und Forschungen können nicht mehr
geduldet werden, sagte der zyprische Präsident Anastasiades.

Mit Blick auf den anstehenden EU-Gipfel zum Thema Türkei am 24. und
25. September, bei dem auch Sanktionen gegen Ankara verhängt werden
könnten, sagte Michel: «Nur durch einen Dialog kann es Fortschritte
in Sachen Deeskalation und Stabilität geben.» Michel erklärte zudem,

die EU müsse die EU-Staaten unterstützen, die die Last der Migration
im östlichen Mittelmeer tragen. Zypern ist nach Regierungsangaben
einer der EU-Staaten mit den meisten Asylberechtigten. Sie betragen
mittlerweile 3,8 Prozent der Bevölkerung.



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