Alstom unterzeichnet Vertrag für Fusion mit Bombardier

16.09.2020 17:09

Paris (dpa) - Der Zughersteller Alstom hat den Kaufvertrag für die
Übernahme der Bombardier-Zugsparte unterzeichnet. Die Übernahme
stelle für Alstom eine grundlegende Veränderung dar, erklärte
Alstom-Chef Henri Poupart-Lafarge am Mittwoch laut Mitteilung.
Aufgrund der «aktuellen Situation» geht Alstom nun von einem
Kaufpreis von voraussichtlich 5,3 Milliarden Euro aus - die
anfängliche Spanne der Transaktion lag zwischen 5,8 und 6,2
Milliarden Euro. Nachdem Brüssel im Juli grünes Licht für die
geplante Fusion gegeben hatte, soll diese im ersten Quartal 2021
abgeschlossen werden.

Die Fusion ist brisant. Beide Unternehmen gehören zu den
Weltmarktführern im Schienenfahrzeugbau. Alstom war erst wegen
Bedenken der EU-Wettbewerbshüter mit dem Versuch gescheitert, mit der
Zugsparte von Siemens zu fusionieren. Der Wettbewerb würde
eingeschränkt, hieß es damals. Die Zugeständnisse der damaligen
Partner hätten nicht ausgereicht. Schließlich machten Alstom und
Bombardier Transportation so umfassende Angebote an die Brüsseler
Wettbewerbshüter, dass diese Ja sagten.

So muss sich Bombardier Transportation von der
Talent-3-Fernzugplattform trennen und eben auch von der
Produktionsanlage für den Talent 3 in Hennigsdorf. Zudem will
Bombardier seinen Projektanteil an der Kooperation für den
Hochgeschwindigkeitszug V300Zefiro abgeben. Alstom soll die
Coradia-Polyvalent-Fernzugplattform und die Produktionsanlage im
französischen Reichshoffen veräußern. Für den 29. Oktober kündigt
e
Alstom eine außerordentliche Aktionärsversammlung an.



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