Belgien sagt Aufnahme von bis zu 150 Schutzsuchenden aus Lesbos zu

16.09.2020 17:46

Brüssel (dpa) - Belgien hat die Aufnahme von 100 bis 150 weiteren
besonders schutzbedürftige Menschen aus dem zerstörten griechischen
Lager Moria auf Lesbos zugesagt. Dies teilten die belgische
Gesundheitsministerin Maggie De Block und ihr griechischer Kollege
Giorgos Koumoutsakos am Mittwoch gemeinsam mit, wie die Agentur Belga
meldete.

Zuvor hatte die belgische Regierung sich schon bereit erklärt, zwölf
unbegleitete Minderjährige aufzunehmen. 18 weitere junge Leute seien
bereits im Sommer in Belgien angekommen, hieß es weiter. Die neue
Zusage sei zusätzlich. Bei den 100 bis 150 Menschen handele es sich
um Familien mit Kindern, Müttern und alleinstehenden Frauen.

Griechenland will alle rund 12 000 Bewohner des abgebrannten Lagers
Moria auf Lesbos weiter vor Ort versorgen und nicht auf das Festland
bringen - das haben Regierungsvertreter mehrfach betont. Vor Ort
entsteht ein großes Zeltlager. Hintergrund ist die Befürchtung, dass
sonst auch Migranten in anderen Lagern absichtlich Feuer legen, um
ihre Weiterreise nach Europa, insbesondere Deutschland, zu erzwingen.
Außerdem befürchtet Athen, dass noch mehr Migranten, die sich zurzeit
in der Türkei aufhalten, zur Überfahrt nach Europa animiert werden -
das soll verhindert werden. Zudem verweist Athen auf Zahlen, wonach
Asylanträge vieler Migranten in Moria entweder noch nicht entschieden
oder aber abgelehnt wurden.



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