Britischer Brexit-Verhandler Frost enttäuscht über harte Linie der EU

15.10.2020 19:32

London (dpa) - Der britische Chef-Unterhändler David Frost hat sich
enttäuscht über die Position der EU zu einem Handelspakt mit
Großbritannien für die Zeit nach dem Brexit gezeigt. Er sei
«enttäuscht» über die Linie der EU-Staaten und «überrascht»,
dass die
EU sich «nicht mehr dazu bekennt, intensiv an einer zukünftigen
Partnerschaft zu arbeiten», schrieb Frost am Donnerstagabend auf
Twitter während des ersten EU-Gipfeltages in Brüssel.

Die EU-Staatschefs und Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatten
zuvor erneut zwar das Interesse an einem Abkommen bekundet, aber auch
klar gemacht, nicht von ihren Prinzipien abrücken zu wollen. Er sei
«auch überrascht über den Vorschlag, dass nur Großbritannien auf di
e
EU zukommen soll, um ein Abkommen zu erreichen. Das ist ein
ungewöhnliches Vorgehen in Verhandlungen», schrieb Frost weiter.
Premierminister Boris Johnson wolle sich am Freitag dazu äußern.

Derzeit ringen Großbritannien und die EU weiter um einen Handelspakt
für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase, die zum Jahreswechsel
ausläuft. Ohne Einigung drohen Zölle und hohe Handelshürden. Die Zeit

wird knapp, doch bei mehreren strittigen Punkten stocken die
Verhandlungen seit Monaten.



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