EU will wegen Corona Schuldenerleichterungen für Afrika unterstützen

16.10.2020 15:05

Brüssel (dpa) - Die EU will den Staaten Afrikas wegen der
Corona-Krise stärker unter die Arme greifen. Um zur Bewältigung der
Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beizutragen, sollen nach einem
Beschluss der Staats- und Regierungschefs vom Freitag internationale
Bemühungen für Schuldenerleichterungen unterstützt werden. Zudem
wurde vereinbart, die Unterstützung für Gesundheitssysteme
auszubauen. Im aktuellen Kontext seien Solidarität und enge
Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Pandemie von entscheidender
Bedeutung, heißt es in den Gipfel-Beschlüssen.

Gleichzeitig machten die Staats- und Regierungschefs deutlich, dass
sie von den afrikanischen Staaten ein entschlossenes Vorgehen gegen
illegale Migration und Schleusernetzwerke erwarten. Eine für beide
Seiten vorteilhafte Partnerschaft erfordere einen ausgewogenen
Ansatz, der sich an den Grundsätzen der Solidarität, der
Partnerschaft und der gemeinsamen Verantwortung orientiere, erklärten
sie.

Der Internationalen Währungsfonds hatte zuletzt mehrfach davor
gewarnt, dass der Kampf gegen das Coronavirus das südlich der Sahara
gelegene Afrika weit zurückwerfen könnte. Für 2020 droht der Region
nach Zahlen aus dem Juni ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Leistung
um 3,2 Prozent; die Einkommen pro Person könnten um sieben Prozent
sinken. Die Weltbank geht davon aus, dass es in Afrika wegen der
Corona-Krise zum ersten Mal seit 25 Jahren eine Rezession geben wird.

Ursprünglich hatten sich Spitzenpolitiker aus der EU und aus Afrika
in diesem Monat zu einem großen EU-Afrika-Gipfel treffen wollen. Er
wurde allerdings wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Nun soll es
vorerst nur einen kleines Treffen am 10. Dezember kurz vor dem Beginn
des nächsten EU-Gipfels geben.

«Wir wollen die Beziehungen mit Afrika auf eine neue strategische
Ebene heben», kommentierte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Gerade
angesichts der Betroffenheit Afrikas von der Pandemie und der
wirtschaftlichen Folgen sei es jetzt wichtig, nicht nur an sich
selbst zu denken.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte zudem an, im kommenden
Mai in Paris ein Gipfeltreffen zur Unterstützung der afrikanischen
Wirtschaft organisieren zu wollen. Dabei soll es unter anderem um
Finanzierungsmöglichkeiten sowie um Investitionen gehen.



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