Schottische Regierungschefin fürchtet No-Deal-Brexit

16.10.2020 18:31

Edinburgh (dpa) - Angesichts eines drohenden harten wirtschaftlichen
Bruchs Großbritanniens mit der EU hat sich Schottlands
Regierungschefin Nicola Sturgeon besorgt geäußert. «Ich bin
frustriert und traurig über die Aussicht eines No-Deal-Brexits nach
der Übergangsphase Ende Dezember», sagte Sturgeon am Freitag in
Edinburgh. Eigentlich sei gerade eine Zeit, in der «100 Prozent
unserer Zeit und Energie» gebraucht würden, um die Corona-Pandemie
einzudämmen. Angesichts der knappen verbleibenden Zeit geht Sturgeon
selbst im besten Fall nur noch von einem minimalen Kompromiss aus.

Der Londoner Bürgermeister, Sadiq Khan, forderte Johnson auf, die
Brexit-Übergangsphase aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie zu
verlängern. «Das Letzte, was London gebrauchen kann, ist die
Unsicherheit und das Chaos eines No-Deal-Brexits», schrieb Khan auf
Twitter.

Premier Boris Johnson hatte am Freitag seinem Land geraten, sich auf
einen harten Schnitt einzustellen. Ein Handelspakt mit der EU für die
Zeit nach der Brexit-Übergangsphase könne nur noch zustande kommen,
wenn die EU Zugeständnisse mache. Die Staatengemeinschaft will jedoch
nächste Woche in London weiter verhandeln.



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