Verbraucherpreise in der Eurozone sinken erneut

18.11.2020 11:10

Luxemburg (dpa) - Die Verbraucherpreise im Euroraum sind im Oktober
im Jahresvergleich erneut gefallen. Zum Vorjahresmonat seien sie um
0,3 Prozent gesunken, teilte das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in
Luxemburg nach einer zweiten Schätzung mit. Damit wurde eine erste
Schätzung wie von Volkswirten erwartet bestätigt. Im September waren
sie ebenfalls in dieser Höhe gefallen.

Rückläufig waren vor allem Preise für Energie. Sie lagen 8,2 Prozent

niedriger als ein Jahr zuvor. Industriell gefertigte Waren kosteten
0,1 Prozent weniger. Dagegen waren Dienstleistungen 0,4 Prozent
teurer. Lebens- und Genussmittel verteuerten sich mit 2,0 Prozent am
stärksten.

Zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Oktober um 0,2 Prozent.
Auch hier wurde die erste Schätzung bestätigt.

Die Kerninflationsrate ohne Lebensmittel und Energie verharrte im
Jahresvergleich wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,2 Prozent.
Diese Rate gilt unter Fachleuten als aussagekräftige Größe für den

allgemeinen Preistrend.

Das mittelfristige Preisziel von knapp zwei Prozent, das die
Europäische Zentralbank (EZB) für den Euroraum mit seinen 19 Staaten
mittelfristig anstrebt, bleibt außer Reichweite. Die EZB hatte
zuletzt weitere Lockerungsschritte für ihre nächste Zinssitzung im
Dezember signalisiert.

Sinkende oder gar negative Inflationsraten sind in der Regel ein
Alarmsignal für Währungshüter. Denn sind Preise dauerhaft niedrig
oder sinken auf breiter Front, könnte dies Unternehmen und
Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben - im Glauben, dass
es womöglich ja bald noch billiger wird. Diese abwartende Haltung
kann die Konjunktur ausbremsen.



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