Athener Migrationsminister: Schleuser verloren 100 Millionen Euro

18.11.2020 12:13

Athen (dpa) - Die Schleuserbanden, die in den vergangenen Jahren
Hunderttausende Migranten aus der Türkei nach Griechenland und damit
auch in die EU brachten, haben dieses Jahr enorme Verluste gehabt.
«Es ist eine schlechte Zeit für die Geschäfte (der Schleuser)», sag
te
der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis am Mittwoch in
Athen. Er schätze, dass die Schleuserbanden in den vergangenen
Monaten mehr als 100 Millionen Euro verloren hätten. Der Grund dafür
sei, dass die griechischen Sicherheitskräfte intensiv die Seegrenzen
zur Türkei überwachten und die Schleuser nur noch wenige Menschen
nach Griechenland bringen könnten.   

Humanitäre Organisationen und einige Medien werfen immer wieder Athen
vor, illegale Zurückweisungen in die Türkei (Pushbacks) zu erlauben.
Athen ist nach den Worten des Migrationsministers bereit, diese
Berichte prüfen zu lassen, wird seine Grenzen aber weiter intensiv
überwachen. «Europa hat Grenzen und Griechenland ist verpflichtet
diese zu schützen», sagte Mitarakis. Nicht nur Asylsuchende sondern
auch die Einheimischen hätten Menschenrechte und Athen werde sie
unter Einhaltung des Internationalen Rechts schützen. Mitarakis
meinte damit, dass die Bewohner der Inseln im Osten der Ägäis die
Last der Tausenden Migranten in den überfüllten Camps nicht mehr
ertragen könnten.

Eine Statistik des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) zeigt, dass seit
Jahresbeginn und bis zum 15. November nur 9342 Menschen aus der
Türkei zu den griechischen Inseln im Osten der Ägäis übergesetzt
haben. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2019 waren 59 726 über diese
Route in Griechenland und damit in der EU angekommen. 



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