Jetzt 157 Fälle von Afrikanischer Schweinepest - EU-Expertenbericht

18.11.2020 17:11

Potsdam (dpa/bb) - In Brandenburg ist die Zahl amtlich bestätigter
Fälle von Afrikanischer Schweinepest auf 157 Fälle gestiegen. Bei
vier neuen Funden habe das Nationale Referenzlabor - das
Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) - die Tierseuche in den
entsprechenden Proben nachgewiesen, teilte das
Verbraucherschutzministerium am Mittwoch mit. Die Fälle stammten aus
den bestehenden Kerngebieten im Landkreis Oder-Spree.

Bislang wurden den Angaben zufolge im Landkreis Spree-Neiße 14
ASP-Fälle, im Landkreis Oder-Spree 126 und im Kreis Märkisch-Oderland
17 Fälle der Tierseuche bestätigt. Der erste ASP-Ausbruch bei
Wildschweinen in Deutschland wurde am 10. September 2020 amtlich
festgestellt. Nach letzten Erkenntnissen sind bereits in der ersten
Juli-Hälfte infizierte Tiere verendet.

EU-Experten haben laut Ministerium das Vorgehen gegen die
Afrikanische Schweinepest bestätigt. Das gehe aus einem Bericht der
Experten des EU-Veterinärnotfallteams hervor, nachdem sie sich im
September vor Ort ein Bild von der Lage gemacht hatten. Sie hatten
unter anderem die zur Seuchenbekämpfung eingeleiteten Maßnahmen
begutachtet, etwa die zur Verfügung stehende Ausstattung.

In ihrem Bericht empfehlen die Experten die vorübergehende
Einschränkung von land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten, eine
schnelle Einzäunung der Kerngebiete, die zügige Errichtung von
wildschweinfreien Weißen Zonen und eine großflächige Suche nach
Fallwild, um den Übertritt der Seuche gerade in unzugängliches Gebiet
zu verhindern. Zudem empfiehlt das Experten-Team den Bau eines festen
Wildschweinzauns an der deutsch-polnischen Grenze. Das Land setzt
diese Maßnahmen bereits um.

Für ihre fachlichen Empfehlungen sei das Ministerium den
EU-Veterinärexperten sehr dankbar, sagte Verbraucherschutzministerin
Ursula Nonnemacher (Grüne). «Ihren Ratschlag an die Bundesebene, die
Zusammenarbeit mit den Nachbarn in Polen zu intensivieren, nehmen wir
ebenfalls sehr ernst.» Immer wieder werde deutlich, dass diese Krise
nur gemeinsam gemeistert werden könne.

Die Hausschweinbestände in Deutschland sind den Angaben zufolge nach
wie vor frei von der Seuche. Die Krankheit ist für Menschen
ungefährlich, für Wild- und Hausschweine fast immer tödlich. Es gibt

keine Möglichkeit, die Schweine vorbeugend zu impfen.



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