OECD-Bericht: Länder müssen mehr in Gesundheitspersonal investieren

19.11.2020 11:37

Paris (dpa) - Die Corona-Pandemie hat gravierende Schwachstellen in
den Gesundheitssystemen vieler europäischer Länder offenbart. Staaten
müssten vor allem mehr in ihr Gesundheitspersonal investieren, heißt
es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Organisation
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit Sitz in
Paris.

Der Mangel an Personal sei in der Krise eine größere Einschränkung
als der Mangel an Krankenhausbetten gewesen. Das zeige, dass die
Ausbildung von qualifiziertem Gesundheitspersonal mehr Zeit in
Anspruch nehme als die Schaffung temporärer Einrichtungen. Außerdem
sei es wichtig, Reservekapazitäten beim Personal zu schaffen.

Die Untersuchung kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass Regierungen
effektive Strategien für Lockerungen von Corona-Maßnahmen erarbeiten
müssen, um weitere Lockdowns zu vermeiden. Wichtig seien dabei Tests
zur Kontaktnachverfolgung und Kontaktbeschränkungen, heißt es in dem
Bericht weiter, der sich mit den Auswirkungen der Pandemie auf die
Gesundheitssysteme von EU-Staaten auseinandersetzt. Die Ausbreitung
des Virus werde maßgeblich gebremst, wenn große Versammlungen
verboten würden und die Menschen im Home-Office arbeiteten. Ebenfalls
zentral sei das Tragen von Corona-Schutzmasken.

«Viele Länder hatten in den ersten Monaten der Krise Mühe, die
Verfügbarkeit von Masken und anderer persönlicher Schutzausrüstung zu

erhöhen», schreiben die Autoren. Die meisten Länder hätten auch M
ühe
gehabt, ihre Testkapazitäten zu erhöhen, was die Wirksamkeit der
Rückverfolgungsbemühungen eingeschränkt habe. Dadurch seien nur
wenige Optionen geblieben, um die Ausbreitung des Virus während der
ersten Welle einzudämmen, was schließlich strengere
Eindämmungsmaßnahmen erforderlich machte.



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