Fünfmal so viel Windstrom bis 2030: Neue EU-Strategie vorgestellt

19.11.2020 12:14

Brüssel (dpa) - Der Windstrom von Anlagen vor Europas Küsten soll
sich binnen zehn Jahren verfünffachen. Die EU-Kommission schlug am
Donnerstag vor, die Kapazität von heute 12 Gigawatt auf 60 Gigawatt
bis 2030 auszubauen, bis 2050 sogar auf 300 Gigawatt. Bis 2050 sollen
800 Milliarden Euro in Windkraft und andere erneuerbare Energien auf
See investiert werden, um die EU-Klimaziele zu erreichen.
Naturschutzziele würden trotzdem eingehalten, betonte die Kommission.

Windkraft auf See gilt als eine der aussichtsreichsten erneuerbaren
Energien, weil der Wind dort stetig stark bläst. Doch ging der Ausbau
in den vergangenen Jahrzehnten langsamer voran als ursprünglich
gedacht, unter anderem wegen des schwierigen Baus und der
Leitungsanbindung. Deutschland hatte nach Branchenangaben zuletzt
eine Kapazität von knapp 7,4 Gigawatt.

Die neue Offshore-Strategie der Kommission nimmt alle Meeresflächen
der EU in den Blick, also Nord- und Ostsee, den Atlantik, das
Mittelmeer und das Schwarze Meer. Nach Berechnungen der EU-Kommission
reichen 3 Prozent der EU-Meeresflächen zur Umsetzung der Strategie
aus. «Mit unseren riesigen Meeresbecken und unserer industriellen
Führungsrolle hat die Europäische Union alles, was nötig ist, um die

Herausforderung anzugehen», sagte Kommissionsvize Frans Timmermans.

Die Strategie setzt auf große gemeinsame Projekte verschiedener
Mitgliedsstaaten. Konkret sieht der Plan vor, durch einen klaren
Rechtsrahmen Investitionsanreize zu setzen. Die EU-Regeln für den
Strommarkt sollen entsprechend angepasst werden, ebenso die
Beihilferegeln für Energie und Umweltschutz und die Richtlinie für
Erneuerbare Energien. Gleichzeitig sollen alle verfügbaren
EU-Fördertöpfe aktiviert werden, darunter sogenannte Kohäsionsmittel,

der geplante Fonds für den gerechten Wandel sowie der geplante
Corona-Hilfsfonds.



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