Corona-Fall bei Verhandlungen über Brexit-Handelspakt

19.11.2020 19:20

Als wären die Gespräche zwischen Großbritannien und der Europäische
n
Union nicht schwierig genug: Nun kommt auch ihnen noch ein positives
Corona-Testergebnis in die Quere. Dabei bleiben nur noch wenige Tage.

Brüssel (dpa) - Ein Corona-Fall hat die Verhandlungen über einen
Brexit-Handelspakt zwischen der Europäischen Union und Großbritannien
in der heißen Schlussphase durcheinandergewirbelt.
EU-Chefunterhändler Michel Barnier und sein britischer Kollege David
Frost unterbrachen am Donnerstag ihre direkten Gespräche in Brüssel,
weil sie Kontakt zu einem infizierten Mitglied des EU-Teams hatten.

Unterhändler, die keinen Kontakt zu der infizierten Person hatten,
sollen aber weiter verhandeln. Auch Barnier und Frost wollten online
im ständigen Kontakt bleiben, hieß es aus EU-Kreisen in Brüssel. Die

Gespräche würden durch den Fall nur wenig behindert.

Die beiden Teams verhandeln seit Wochenbeginn erneut in Brüssel über
das angestrebte Handelsabkommen für die Zeit nach 2021. Der
Corona-Fall kommt zur Unzeit, denn es bleiben nur noch wenige Tage
für eine Einigung. Ein hoher EU-Vertreter hatte den kommenden Montag
(23. November) als wichtigen Stichtag genannt.

Nach Angaben aus EU-Kreisen sind inzwischen Vertragstexte
vorbereitet, allerdings noch mit Leerstellen an den entscheidenden
Stellen. Wichtige Entscheidungen in London stünden noch aus, hieß es.
Als die drei entscheidenden Knackpunkte sieht die EU die Vereinbarung
von gleichen Wettbewerbsbedingungen, den Zugang für EU-Fischer zu
britischen Gewässern und Instrumente zur Schlichtung bei
Vertragsverstößen.

Großbritannien ist Ende Januar aus der EU ausgetreten, befindet sich
bis zum Jahresende aber noch in einer Übergangsphase, in der sich
noch fast nichts geändert hat. Ohne eine Einigung drohen ab Neujahr
Zölle, lange Staus an den Grenzen und andere Handelshürden.



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