Umfrage: Junge EU-Bürger leiden finanziell besonders unter Corona

20.11.2020 11:36

Brüssel (dpa) - Die Corona-Krise macht laut einer Umfrage besonders
jungen Menschen in der EU finanziell zu schaffen. Fast zwei Drittel
(64 Prozent) der EU-Bürger und EU-Bürgerinnen zwischen 16 und 34
Jahren seien in finanzielle Schwierigkeiten geraten, heißt es in
einer Umfrage, die das Europäische Parlament am Freitag
veröffentlicht hat. Über alle Altersgruppen hinweg lag der Anteil bei
57 Prozent.

Fast zwei von fünf Befragten aller Altersgruppen (39 Prozent) gaben
an, dass sich die Corona-Pandemie bereits auf ihr persönliches
Einkommen ausgewirkt habe. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) erwartet
künftige Einbußen. In Deutschland lagen die Werte niedriger (29 und
21 Prozent).

Dass EU-Gelder nur an Staaten fließen sollten, die über ein
funktionierendes Rechtssystem verfügen und die europäischen
demokratischen Werte achten - der Meinung sind den Angaben zufolge
mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent).

Der Beschluss des europäische Haushaltspakets ist derzeit blockiert,
nachdem Polen und Ungarn aus Protest gegen eine neue Regel zur
Kürzung von EU-Geldern bei bestimmten Rechtsstaatsverstößen ihr Veto

eingelegt hatten. Damit drohen Verzögerungen bei dem 1,8 Billionen
Euro starken Paket, das auch Corona-Hilfen im Umfang von bis zu 750
Milliarden Euro umfasst.

Das Institut Kantar hatte im Auftrag des Europäischen Parlaments
zwischen Ende September und Anfang Oktober mehr als 24 000 Menschen
in den EU-Mitgliedstaaten hauptsächlich online befragt.



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