EU will bei G20-Gipfel mehr Hilfe für ärmere Ländern einfordern

20.11.2020 14:15

Brüssel (dpa) - Die EU will beim G20-Gipfel der führenden
Wirtschaftsnationen eine stärkere Unterstützung von ärmeren Ländern

einfordern. Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der
Leyen soll um zusätzliches Geld für die wegen der Corona-Krise
gestartete Impfstoff-Initiative Covax geworben werden. Zudem will
sich die EU für weitere Schuldenerleichterungen stark machen.

Um ärmere Länder mit Impfstoffen versorgen zu können, würden im
kommenden Jahr schätzungsweise weitere fünf Milliarden US-Dollar (4,2
Mrd Euro) benötigt, erklärte von der Leyen am Freitag in einer
Pressekonferenz zu den von Saudi-Arabien organisierten
Spitzengesprächen an diesem Wochenende. Zudem brauche es Geld für
Tests und Behandlungen. Insgesamt würden voraussichtlich Mittel in
Höhe von 38 Milliarden Dollar (32 Mrd Euro) benötigt.

EU-Ratspräsident Charles Michel bezeichnete den wegen der
Corona-Pandemie als Videoschalte organisierten Gipfel als wichtige
Gelegenheit, um für eine intensive internationalen Zusammenarbeit zu
werben. «Beim G20-Gipfel wird es in vielerlei Hinsicht darum gehen,
wie die Welt nach Covid aussehen wird und wie sie aus unserer Sicht
aussehen soll», sagte er. Aus Perspektive der EU werde es darum
gehen, die Zukunft stabiler, nachhaltiger und inklusiver zu
gestalten. So sei es aus Sicht der EU auch wichtig, wirtschaftlich
schwache Länder in der Corona-Krise stärker zu unterstützen.

«Wir sind davon überzeugt, dass mehr Schuldenerleichterungen
erforderlich sind», sagte Michel. Dazu müssten alle Gläubiger ihren
Teil beitragen. Das G20-Schuldenmoratorium sei ein guter Schritt in
die richtige Richtung. Er sei aber selbst dann nicht genug, wenn es
über 2021 hinaus verlängert werde.



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