Großbritannien und Kanada unterzeichnen Handelsabkommen

22.11.2020 14:38

Nicht nur die Corona-Pandemie, sondern auch der Brexit macht vielen
britischen Unternehmen zu schaffen. Positive Aussichten gibt es jetzt
für den Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und Kanada.

London (dpa) - Sechs Wochen vor dem Ende der Brexit-Übergangsphase
haben Großbritannien und Kanada ein vorläufiges Handelsabkommen
vereinbart. Auf diese Weise wollen beide Staaten ihre
wirtschaftlichen Beziehungen weiterhin sicherstellen. Der britische
Premier Boris Johnson und sein kanadischer Kollege Justin Trudeau
besiegelten die Vereinbarung am Samstag in einem Videogespräch, wie
das Ministerium für Internationalen Handel in London mitteilte.

Damit werde der Weg für Verhandlungen ab 2021 für «ein neues,
ehrgeizigeres Abkommen geebnet», teilte Handelsministerin Liz Truss
in London mit. Der Handel etwa mit Autos, Rindfleisch, Lachs und Gin
könne ungehindert weitergehen, erklärte Truss bei Twitter.

Großbritannien hat bereits Ende Januar die Staatengemeinschaft
verlassen. Doch in der bald endenden Übergangsphase ist praktisch
alles noch beim Alten geblieben. So trieb London weiter Handel mit
anderen Ländern im Rahmen der Europäischen Union.

Die britische Handelskammer begrüßte die Vereinbarung mit Kanada,
betonte aber, dass ähnliche Abkommen schleunigst mit wichtigen
Märkten wie der Türkei und Singapur geschlossen werden müssten. Auch

der britische Industrie-Verband lobte die Einigung; sie könne «die
Basis für ein tiefer gehendes Handelsabkommen» sein.

Bereits im Oktober hatten sich Großbritannien und Japan auf ein
bilaterales Freihandelsabkommen geeinigt, das weitgehend dem
bestehenden Abkommen Tokios mit der Europäischen Union entspricht.

Emily Thornberry von der Oppositionspartei Labour mahnte zur Eile:
Johnson müsse noch 14 weitere Kontinuitätsabkommen mit Ländern wie
Mexiko und Ghana sichern. «Die Zeit wird langsam knapp.»

Der Ausgang der Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien über
ein Freihandelsabkommen ist immer noch ungewiss. Ohne Vertrag droht
ein harter wirtschaftlicher Bruch. Eine Entscheidung könnte
möglicherweise zu Wochenbeginn fallen. Am Freitag sprach
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zwar von großen
Fortschritten. Doch blieben «noch etliche Meter bis zur Ziellinie».



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