Europarat-Experten in Sorge über Rechte von Minderheiten

25.11.2020 20:30

Straßburg (dpa) - Experten des Europarats haben sich besorgt über die
Rechte von Minderheiten gezeigt. Rückschläge bei Minderheitenrechten
seien Grund für ernste Bedenken, da sie die Inklusivität europäischer

Gesellschaften gefährden könnten, schrieb das zuständige
Beobachtungsgremium zum Schutz von Minderheiten (FCNM) in seinem
zweijährigen Bericht am Mittwoch. Die Demokratie werde geschwächt, wo
zwischen verschiedenen ethnischen, kulturellen, sprachlichen oder
religiösen Gruppen Spaltungen geschaffen werden.

In den vergangenen zwei Jahren seien nationalistische, populistische
und fremdenfeindliche Bewegungen und Parteien weiter gewachsen, heißt
es in dem Bericht. Islamophobie, Antisemitismus und Antiziganismus
verbreiteten sich in Europa weiter. Nationalistische Diskurse im
Namen der vermeintlichen Mehrheit zielten darauf ab, die bereits
eingeschränkte gesellschaftliche Teilhabe von Minderheiten weiter zu
begrenzen.

Das Gremium forderte, unter anderem im Bereich der Bildung größere
Anstrengungen zu unternehmen. Verschiedene Perspektiven auf
Geschichte und Wissen über nationale Minderheiten sollten in Bücher,
Lehrpläne und Schulungen aufgenommen werden.

Der Europarat mit Sitz in Straßburg setzt sich für den Schutz der
Menschenrechte in seinen 47 Mitgliedstaaten ein. Er ist kein Organ
der Europäischen Union.



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