EU fordert von Iran Umkehr bei Uran-Anreicherung

11.01.2021 22:43

Brüssel (dpa) - Die Europäische Union hat sich tief besorgt über die

vom Iran begonnene Anreicherung von Uran auf bis zu 20 Prozent
geäußert. Dies widerspreche Bestimmungen des Atomabkommens von 2015,
erklärte der Außenbeauftragte Josep Borrell am Montagabend im Namen
der EU. Er sprach von einer sehr ernsten Entwicklung.

«An dieser entscheidenden Weggabelung drohen die Handlungen des Irans
auch, die Bemühungen zu untergraben, die auf dem existierenden
diplomatischen Prozess aufbauen», heißt es in der Erklärung. «Wir
fordern den Iran auf, weitere Eskalation zu unterlassen und seinen
Kurs unverzüglich umzukehren.»

Die EU bekräftigte gleichwohl die starke und bleibende Unterstützung
für den Wiener Atomvertrag, den sogenannten Joint Comprehensive Plan
of Action. Sie verwies darauf, dass die Probleme auf den einseitigen
Rückzug der USA aus der Vereinbarung und die Wiedereinsetzung von
Sanktionen zurückgingen. Man halte an der intensiven Diplomatie zur
Rückkehr der USA in das Abkommen fest sowie zur Rückkehr des Irans zu
dessen voller Umsetzung, hieß es weiter.

Der Iran ist nach Angaben seines Atomchefs in der Lage, bis zu neun
Kilogramm Uran pro Monat auf einen Anreicherungsgrad von 20 Prozent
zu bringen. Das Atomabkommen sollte den Iran indes davon abhalten,
Uran auf mehr als 3,67 Prozent anzureichern. Ziel ist zu verhindern,
dass das Land Atomwaffen bekommt.

Bundesaußenminister Heiko Maas und seine Kollegen aus Paris und
London hatten bereits vorige Woche scharfe Kritik an den
Ankündigungen aus dem Iran zur Urananreicherung geübt. Sie sprachen
von einem «klaren Verstoß» gegen Teherans Verpflichtungen aus dem
Atomabkommen und forderten die Regierung in Teheran auf, die
Anreicherung von Uran auf bis zu 20 Prozent unverzüglich
einzustellen.



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