EU-Außenbeauftragter kritisiert US-Entscheidung zu Huthi-Rebellen

12.01.2021 17:21

Brüssel (dpa) - Die EU hat die US-Ankündigung, die jemenitischen
Huthi-Rebellen als Terrororganisation einzustufen, verurteilt und vor
negativen Folgen für die humanitäre Lage in dem Bürgerkriegsland
gewarnt. Die UN-geführten Bemühungen für eine umfassende Lösung f
ür
den Jemen-Konflikt könnten durch die Entscheidung noch schwieriger
werden, sagte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am
Dienstag in Brüssel. Der nötige diplomatische Dialog mit den
Huthi-Rebellen sowie die Arbeit der internationalen Gemeinschaft in
politischen, humanitären und entwicklungsorientierten Angelegenheiten
würden komplizierter.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte zuletzt mitgeteilt, die
Huthi-Rebellen als Terrororganisation einstufen zu wollen. Im Jemen
herrscht seit 2014 Bürgerkrieg. Die Huthis kontrollieren große Teile
des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Sie kämpfen gegen die
Truppen der international anerkannten Regierung, die unter anderem
vom Nachbarland Saudi-Arabien militärisch unterstützt wird. Verbündet

sind die Huthis mit dem Iran, einem Erzfeind Riads.

Das Land auf der Arabischen Halbinsel ist eines der ärmsten der Welt.
Der Bürgerkrieg hat das Leid der Menschen deutlich vergrößert. 24
Millionen Menschen - rund 80 Prozent der Bevölkerung - sind nach
UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Huthi-Rebellen
bezeichnen sich offiziell als «Ansar Allah» («Unterstützer Gottes
»).

Der Borrell-Sprecher betonte nun, dass die EU insbesondere über die
Auswirkungen auf die humanitäre Situation besorgt sei. Die
US-Entscheidung werde sich wahrscheinlich störend auf die
Hilfslieferungen der internationalen Gemeinschaft auswirken und die
wirtschaftliche Krise verschärfen. Die EU bleibe überzeugt, dass nur
eine «inklusive politische Lösung» den Konflikt im Jemen beenden
könne.



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