Vereinte Nationen kritisieren US-Entscheidung zu Huthi-Rebellen

12.01.2021 20:13

New York (dpa) - Nach der EU haben auch die Vereinten Nationen die
US-Ankündigung, die jemenitischen Huthi-Rebellen als
Terrororganisation einzustufen, kritisiert. UN-Sprecher Stéphane
Dujarric zeigte sich am Dienstag in New York «extrem besorgt» über
die Entscheidung - «insbesondere wegen der Gefahr einer Hungersnot».
Die UN befürchten, dass die Einstufung dazu führen könnte, dass
Nahrungsmittel-Lieferungen zu den Millionen hungernden Menschen in
dem Bürgerkriegsland behindert werden könnten. Ähnlich hatte sich
zuvor bereits ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell in
Brüssel geäußert.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte zuletzt mitgeteilt, die
Huthi-Rebellen als Terrororganisation einstufen zu wollen. Im Jemen
herrscht seit 2014 Bürgerkrieg. Die Huthis kontrollieren große Teile
des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Sie kämpfen gegen die
Truppen der international anerkannten Regierung, die unter anderem
vom Nachbarland Saudi-Arabien militärisch unterstützt wird. Verbündet

sind die Huthis mit dem Iran, einem Erzfeind Riads.

Das Land auf der Arabischen Halbinsel ist eines der ärmsten der Welt.
Der Bürgerkrieg hat das Leid der Menschen deutlich vergrößert. 24
Millionen Menschen - rund 80 Prozent der Bevölkerung - sind nach
UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Huthi-Rebellen
bezeichnen sich offiziell als «Ansar Allah» («Unterstützer Gottes
»).



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