EZB: Rekordbeteiligung bei öffentlicher Anhörung zum digitalen Euro

13.01.2021 12:39

Frankfurt/Main (dpa) - Rekordbeteiligung bei der öffentlichen
Befragung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einem digitalen Euro:
8221 Antworten von Bürgerinnen und Bürgern, Firmen und Verbänden
seien eingegangen, teilten die Währungshüter zum Abschluss der
dreimonatigen Konsultationen am Mittwoch in Frankfurt mit.

Wichtig ist den Teilnehmern nach EZB-Angaben vor allem der
Datenschutz bei Zahlungen (41 Prozent der Antworten), Sicherheit (17
Prozent) sowie europaweite Reichweite (10 Prozent) einer möglichen
digitalen Version der Gemeinschaftswährung.

Im Frühjahr will die Notenbank eine detaillierte Auswertung der
Eingaben zum Für und Wider eines digitalen Euro veröffentlichen. Auf
Basis der Konsultationsergebnisse und weiterer interner Arbeiten will
die EZB dann gegen Mitte 2021 eine Grundsatzentscheidung dazu
treffen, ob das Projekt eines digitalen Euros weiterverfolgt wird.

«Die hohe Anzahl von Antworten auf unsere Umfrage zeigt das große
Interesse der europäischen Bürger und Unternehmen an der Gestaltung
der Vision eines digitalen Euro», befand EZB-Direktoriumsmitglied
Fabio Panetta. «Die Meinungen von Bürgern, Unternehmen und allen
Beteiligten sind für uns von größter Bedeutung, wenn wir beurteilen,

welchen Anwendungsfällen ein digitaler Euro am besten dienen könnte.»


Ein digitaler Euro wäre eine Antwort auf privatwirtschaftliche
Initiativen wie Bitcoin oder das maßgeblich von Facebook getragene
Projekt Diem (zuvor: Libra). Der große Unterschied: Im Gegensatz zu
anderen Kryptowährungen stünde ein digitaler Euro unter Aufsicht
einer Zentralbank, die die Stabilität der Währung sichert.

Auch andere Notenbanken beschäftigen sich mit digitalem
Zentralbankgeld - und sind zum Teil schon deutlich weiter als das
Eurosystem. Schein und Münze abschaffen will die EZB ausdrücklich
nicht. Ein digitaler Euro würde die Auswahl an Zahlungsmitteln
vergrößern.



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