EU-Firmen warnen vor neuen Risiken in China durch «Entkopplung»

14.01.2021 02:00

Peking (dpa) - Europäische Firmen in China haben trotz des
Durchbruchs beim Investitionsabkommen zwischen Brüssel und Peking vor
neuen Gefahren für ihr Geschäft gewarnt. So wird befürchtet, dass
China und die anderen großen Volkswirtschaften in Zukunft weiter
auseinanderdriften, was zu Störungen der globalen Handelsströme
führe. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag vorgestellte
Analyse der EU-Handelskammer in Peking und des China Institut Merics
in Berlin. 

Die Experten warnen, dass die Spannungen zwischen China und den USA
sich auch unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden fortsetzen
dürften. China setze angesichts wachsender Vorbehalte im Westen
zunehmend darauf, die eigene Wirtschaft unabhängiger zu machen.  

Eine Biden-Regierung werde wahrscheinlich «weniger scharf» agieren.
Der überparteiliche Konsens in Washington, China als strategischen
Konkurrenten zu betrachten, bedeute jedoch, dass die Globalisierung
wohl nicht einfach zur Normalität zurückkehre. 

Entkopplungstendenzen seien längst nicht nur bei Lieferketten im
Handel zu erkennen. Auch bei Daten, im Digitalbereich oder bei
Industriestandards gehe China einen eignen Weg. Dass Peking seine
Unabhängigkeits-Bestrebungen «radikaler» vorantreibe, bekämen
auch europäische Unternehmen in China zu spüren. Die Auswirkungen der

Entkopplung seien für europäische Unternehmen sowohl «kompliziert als

auch belastend», insbesondere weil sie derzeit versuchten, vom
Wachstum in China nach der Covid-Pandemie zu profitieren. 

China und die EU hatten sich Ende Dezember nach sieben Jahren
Verhandlungen grundsätzlich auf ein Investitionsabkommen
geeinigt. Das Abkommen soll den Marktzugang für europäische
Unternehmen in China verbessern, für faire Wettbewerbsbedingungen
sorgen und neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.



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