Nach Jansa-Angriff auf Journalistin: EU-Kommission verteidigt Medien

18.02.2021 13:50

Brüssel (dpa) - Nach einem Angriff des slowenischen
Ministerpräsidenten Janez Jansa auf eine Brüsseler Journalistin hat
die EU-Kommission die Medienfreiheit verteidigt und die Aussagen
verurteilt. Der Chefsprecher von EU-Kommissionschefin Ursula von der
Leyen stellte am Donnerstag klar: «Wir verurteilen jede Beleidigung
und jeden Angriff auf Journalisten.»

Ein anderer Sprecher betonte, man kenne die Professionalität und das
Engagement der Brüsseler Journalisten sehr gut. Er verwies auf
Aussagen von EU-Kommissionsvize Vera Jourova vor fast einem Jahr:
«Freie und unabhängige Medien sind der Schlüssel für Demokratie und

EU-Werte. Ihr Job ist es, uns, die Politiker, zur Verantwortung zu
ziehen. Der Schutz von Journalisten sollte Priorität für jedes Land
sein. Kein Hass, keine Drohungen, keine persönlichen Angriffe.» Dies
hatte Jourova im April in Zusammenhang mit Angriffen auf slowenische
Journalisten gesagt.

Der rechtsnationale Jansa hatte am Dienstag auf Twitter auf den
Bericht einer Journalistin des Portals «Politico» reagiert, in dem es
um den Druck geht, den die Regierung in Ljubljana auf die
unabhängigen Medien im Land ausübt. Jansa behauptet in dem Tweet, die
Journalistin sei angewiesen worden, nicht die Wahrheit zu schreiben.
Deshalb habe sie hauptsächlich anonyme Quellen zitiert. Zudem
suggeriert Jansa, die Journalistin würde ihren Lebensunterhalt durch
Lügen verdienen.



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