Deutschland fordert mehr Hilfe von G20 und EU für globale Impfpläne

19.02.2021 16:31

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat die große Gruppe der führenden
Wirtschaftsnationen (G20) und die Europäische Union aufgefordert,
mehr Geld für die globale Corona-Impfkampagne bereitzustellen. Die
auf dem Gipfel der sieben Industrieländer (G7) am Freitag zugesagten
Mittel reichten nicht aus, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller
(CSU) am Freitag in Berlin nach dem virtuellen Treffen mit Kanzlerin
Angela Merkel und US-Präsident Joe Biden. «Die G20 und die EU müssen

ihr Engagement jetzt ebenfalls weiter ausbauen.»

Deutschland unterstützt den Kampf gegen Covid-19 in diesem Jahr in
Entwicklungsländern mit 1,5 Milliarden Euro. Davon sind rund eine
Milliarde Euro für die internationale Impfallianz Gavi. Die weiteren
Mittel sind zur Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und
der Impfstoffforschung, insbesondere zu Mutationen. «Wir besiegen
Corona nur weltweit oder gar nicht», sagte Müller.

«Nur mit einer weltweiten Impfkampagne führt der Weg aus der Pandemie
heraus», sagte der Minister. Das Vorhaben dürfe aber nicht an der
Finanzierung scheitern. «Denn es reicht nicht, das Virus nur in
Europa einzudämmen. Sonst kommt es zurück - vielleicht noch
gefährlicher.» Bislang fänden nur 0,5 Prozent der Corona-Impfungen in

den ärmsten Ländern statt. Das Ziel sei, bis Jahresende 20 Prozent
der Bevölkerung in 92 Entwicklungs- und Schwellenländern zu impfen.

Die Finanzierung dazu sei auch trotz der Zusagen auf dem G7-Gipfel
noch nicht sichergestellt. «International muss da mehr passieren»,
sagte Müller. Zum G7-Gipfel hatte US-Präsident Joe Biden bis zu vier
Milliarden US-Dollar angekündigt. Auch will die EU mit weiteren 500
Millionen Euro für die Covax-Initiative und 100 Millionen Euro zur
Unterstützung der Impfkampagnen in Afrika helfen, wie die Deutsche
Presse-Agentur aus EU-Kreisen erfuhr. Bislang waren schon 500
Millionen Euro an EU-Hilfen zugesagt.

Seth Berkley, der Leiter der internationalen Impfallianz Gavi, die
mit der Umsetzung von Covax beauftragt ist, dankte Deutschland für
seine «Führungsrolle». Wie das Ministerium mitteilte, haben sich die

reichen Länder bislang zwei Drittel der Impfdosen gesichert, obwohl
sie nur 16 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Nur 0,5 Prozent der
Impfungen weltweit haben bisher in den ärmsten Ländern stattgefunden.

Die ersten Impfdosen werden im Februar über Covax in 18
Entwicklungsländer geliefert, darunter in Tunesien, Mali, Ruanda,
Bolivien und die Philippinen, wie das Ministerium mitteilte.



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