Merkel zeigt Bereitschaft zur Abgabe von Impfstoff an ärmere Länder

19.02.2021 17:12

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich grundsätzlich
bereit gezeigt, im Kampf gegen die Corona-Pandemie ärmeren Ländern
etwas vom deutschen Impfstoffkontingent abzugeben. «Wichtig ist, dass
Impfstoff ankommt und nicht nur Geldzusagen da sind», sagte sie am
Freitag nach einer Videokonferenz der G7-Staaten. «Und da kann die
Frage, was können wir von unseren Dosen abgeben, eine Rolle spielen.»
Über Umfang und Zeitpunkt sei aber noch nicht gesprochen worden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzt sich dafür ein, dass
reiche Länder vier bis fünf Prozent ihrer Impfdosen möglichst schnell

an ärmere Länder abgeben. Er habe dies mit Merkel besprochen, und sie
unterstütze dies, sagte Emmanuel Macron der «Financial Times».

Merkel betonte, es gehe «um eine elementare Frage der Gerechtigkeit».
Allerdings seien Regierungen in demokratischen Staaten auch ihren
eigenen Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet und könnten in Europa
produzierten Impfstoff «nicht einfach diplomatisch und geopolitisch
einsetzen». Es müsse eine gute Balance gefunden werden. «Es wird also

kein Impftermin in Gefahr geraten», stellte die Bundeskanzlerin mit
Blick auf Deutschland klar.

Merkel wies darauf hin, dass die Bundesregierung für die globale
Impfkampagne zusätzliche Mittel von 1,5 Milliarden Euro bereitstelle.
Deutschland sei damit nun der größte Geber - vor den USA und
Großbritannien. Die CDU-Politikerin betonte, «dass die Pandemie erst
besiegt ist, wenn alle Menschen auf der Welt geimpft sind». Solange
Infektionen im großen Umfang aufträten, mutiere das Virus, was die
Wirksamkeit der Impfstoffe schwächen könne. Dies gelte es zu
verhindern. «Das heißt: Alle müssen teilhaben», sagte Merkel.



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