«A+++» ade: Neue Energieeffizienzklassen ab März im Laden

26.02.2021 08:00

Viele Elektrogeräte sehen zumindest auf den ersten Blick ziemlich
sparsam aus: Bis zu drei Plus gibt es in der «A»-Spitzenklasse des
EU-Energielabels. Weil das verwirrend und mittlerweile überholt ist,
gibt es bald neue Kategorien. Die Änderungen im Überblick.

Brüssel (dpa) - Vom 1. März an gibt es für bestimmte Elektrogeräte

neue Energielabels. Es wird neue Einteilungen geben, aber nach wie
vor sollen die EU-Energieeffizienzlabels anzeigen, wie sparsam die
Haushaltshelfer sind. Klassifizierungen wie «A++» oder «A+++» werde
n
bei Geschirrspülern, Waschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräten,
Fernsehern und Monitoren durch verständlichere Klassifizierungen
ersetzt - für Bürger gibt es dennoch Gründe, genau hinzusehen:

Was ändert sich für Verbraucher?

Die europäische Verbraucherorganisation Beuc begrüßt die Neuerung,

weil Kunden von einer klareren und verlässlicheren Kennzeichnung
profitierten. «Zu sehen, dass das neue Label in Kürze die alte
Kennzeichnung ersetzt, ist ein Sieg für Verbraucher», teilte die
Organisation mit. Ihren Angaben zufolge haben sich zuletzt in den
unteren alten Klassen keine Geräte mehr befunden, so dass ein
«A+»-Kühlschrank de facto einer der ineffizientesten auf dem Markt

gewesen sei. Die Verbraucherschützer weisen zudem darauf hin, dass es
künftig sowohl alte als auch neue Kennzeichen geben wird, weil die
neuen Regeln zunächst nicht für alle Produkte gelten. Sie empfehlen
,
im Zweifel nur auf neue Labels zu achten, da diese genauer seien.

Welche neuen Kennzeichnungen werden eingeführt und warum?

Die bisherige Skala bleibt bestehen, die Kategorien bekommen aber
andere Namen - nun von «A» bis «G». Die EU-Kommission begründet d
ie
Reform damit, dass immer mehr energieeffiziente Produkte entwickelt
würden, der Unterschied zwischen den Klassen «A++» und «A+++» f
ür
Verbraucher aber weniger ersichtlich sei. Das sieht der Bundesverband
der Verbraucherzentralen (vzbv) ähnlich: Es sei kaum noch möglich
gewesen einzuschätzen, welche Typen wirklich effizienter sind.

Was bedeuten die neuen Effizienzklassen?

Am grundlegenden Prinzip ändert sich nichts: Weiterhin soll es eine
Farbskala von Dunkelgrün (sehr gut) bis Rot (sehr schlecht) geben,
die eine schnelle Orientierung ermöglicht, wie energieeffizient ein
Produkt ist. Je nach Produktkategorie gibt es unterschiedliche
Berechnungsgrundlagen. Bei Kühlschränken bemisst sich die Effizienz

etwa daran, wie viel hinein passt und ob sie ein Gefrierfach haben.
Aber auch der Reparaturaufwand fließt mit ein.

Können Verbraucher die neuen Klassen eins zu eins umrechnen?

Nein. Umrechnen kann man die Kategorien nicht einfach. Bisherige
«A+++»-Geräte kommen unter anderem in Kategorie «C». Die meisten

Geräte der Spitzenklasse kommen in «D» und einige schaffen sogar nur

«E», heißt es beim vzbv. Die neue Klasse «A» soll zunächst ga
nz leer
bleiben, damit Hersteller einen Ansporn zur Innovation haben.

Um welche Geräte geht es?

Konkret geht es zunächst um fünf Produktgruppen: Kühlgeräte,
Geschirrspüler, Waschmaschinen, elektronische Displays und
Leuchtmittel. Glühbirnen und andere Lichtquellen werden erst vom
1. September an neu ausgezeichnet. Die Verbraucherschützer von Beuc
kritisieren, dass die neuen Bezeichnungen für viele Geräte noch
später kommen. Boiler und Heizgeräte etwa würden erst 2025 mit den
dann nicht mehr ganz so neuen Kennzeichen versehen.

Welche Pflichten hat der Handel?

Ab März müssen die neuen Kennzeichnungen grundsätzlich innerhalb von

14 Werktagen physisch angebracht und auch im Internet ausgezeichnet
werden.



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