Impfstoff-Auslieferung wächst rasant - EU unter Top 3

23.02.2021 15:47

Genf (dpa) - Die Auslieferung der Corona-Impfstoffe wächst von Woche
zu Woche rasant. Das berichtete der internationale Pharmaverband
IFPMA am Dienstag unter Verweis auf eine Aufstellung der
Datenplattform Airfinity. Die EU ist unter den Top 3-Empfängern.
IFPMA-Generaldirektor Thomas Cueni wehrte sich im Gespräch mit der
Journalistenvereinigung ACANU in Genf gegen Vorwürfe, die Industrie
liefere eher an reiche Länder als an das von den Vereinten Nationen
aufgesetzte Solidarprojekt Covax, das Impfstoffe für alle Länder,
auch mit kleinen und mittleren Einkommen kauft.

In der Woche bis 22. Februar blieb nach diesen Angaben der Impfstoff
von Biontech/Pfizer der meist ausgelieferte, mit gut 82 Millionen
Dosen, plus vier Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die chinesische
Firma Sinovac lieferte 74,4 Millionen (plus 46 Prozent), Astrazeneca
55 Millionen (plus 22 Prozent) und Moderna fast 50 Millionen (plus
zehn Prozent). Am rasantesten legte das Mittel der chinesischen Firma
Sinopharm zu: um 286 Prozent auf knapp 30 Millionen Dosen. Der
Sputnik V-Impfstoff verblieb bei 8,3 Millionen Dosen. Im Gesamtjahr
dürften zehn Milliarden Dosen produziert werden, schätzte James
Robinson von der «Koalition für Innovationen in der
Epidemievorbeugung (CEPI).

Die meisten aller bislang ausgelieferten Impfdosen gingen in die
USA: gut 26 Prozent. Mit 14,7 Prozent lag dahinter China, gefolgt von
der EU mit 12,6 Prozent, Indonesien mit gut 5,8 Prozent und
Großbritannien mit knapp 5,8 Prozent, wie der Verband berichtete.
Abgesehen von China seien im Großen und Ganzen die meisten Dosen an
die am schwersten betroffenen Länder und Regionen gegangen, sagte
Cueni. Dass Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen nicht zum
Zuge kämen, stimme nicht. Auf den nächsten Plätzen folgten Indien,
Brasilien, die Türkei, Russland, Israel und Marokko.

Regierungen, die früh bestellt und bezahlt hätten und das Risiko
eingegangen seien, bei Versagen der Firma viel Geld zu verlieren,
würden auch zuerst beliefert, sagte Cueni. Covax habe erst im
Dezember Verträge abgeschlossen. Dennoch werde die Zusage von zwei
Milliarden Impfdosen an Covax in diesem Jahr aller Wahrscheinlichkeit
nach übertroffen.



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