Kreise: Europäische Autobauer offen für höhere CO2-Grenzwerte

31.03.2021 05:25

Brüssel (dpa) - Die europäische Autoindustrie bekennt sich erstmals
aktiv zu einer möglichen Verschärfung von Kohlendioxid-Grenzwerten.
Dies habe der Interessenverband Acea bei einem Treffen mit
EU-Kommissionsvize Frans Timmermans vor einigen Tagen signalisiert,
erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. Bedingung
sei aber, dass schärfere CO2-Vorgaben an verbindliche Ausbauziele für
Elektroladesäulen und Wasserstofftankstellen gekoppelt werde.

Bisher gilt, dass der CO2-Ausstoß bei Neuwagen 2030 im Schnitt um
37,5 Prozent niedriger sein muss als 2021. Da jedoch das EU-Klimaziel
für 2030 erhöht werden soll, will Timmermans auch die Vorgaben für
Autos nachschärfen. Ein offizieller Vorschlag wird für Juni erwartet.

Acea-Präsident und BMW-Vorstandschef Oliver Zipse stellte bei dem
Treffen mit Timmermans nach Teilnehmerangaben eine Kooperation in
Aussicht. Man sei offen dafür, über ehrgeizigere Flottenziele zu
diskutieren. In der jüngeren Geschichte habe es ein solches Angebot
der Autoindustrie wohl noch nicht gegeben. Im Gegenzug müsse jedoch
die nötige Infrastruktur bereit gestellt werden.

Timmermans hatte Mitte März im «Tagesspiegel am Sonntag» noch von
Widerständen in der Autoindustrie gegen neue Grenzwerte gesprochen.
In der Vergangenheit habe es regelmäßig aus der Branche geheißen,
dass neue Vorgaben unmöglich zu schaffen seien. «Und dennoch haben
wir gerade in diesem letzten Jahr gesehen, dass die
Automobilindustrie es dann doch geschafft hat», sagte der
Kommissionsvizepräsident damals.

Unabhängig von der Debatte über schärfere CO2-Werte will die
EU-Kommission 2021 auch eine neue Abgasnorm Euro 7 mit strikteren
Grenzwerten für Stickoxide und andere Schadstoffe einführen. Hieran
gab es von der Autoindustrie bereits heftige Kritik: Die anvisierten
Grenzwerte seien so streng, dass dies auf ein Ende des
Verbrennungsmotors ab 2025 hinauslaufe.



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