Ärger über Brexit: John Le Carré nahm irische Staatsbürgerschaft an

01.04.2021 15:43

London (dpa) - Der kürzlich verstorbene englische Bestsellerautor
John Le Carré hat nach Angaben seiner Familie kurz vor seinem Tod aus
Ärger über den Brexit die Staatsbürgerschaft des EU-Mitglieds Irland

angenommen. «Er war zum Zeitpunkt seines Todes ein Ire», sagte sein
Sohn Nicholas Cornwell der BBC in einer Radio-Dokumentation über den
Literaten, die am Samstag ausgestrahlt werden soll.

Le Carré, der mit bürgerlichem Namen David Cornwell hieß, war Mitte
Dezember vergangenen Jahres im Alter von 89 Jahren gestorben. Gegen
Ende seines Lebens spürte er seinen irischen Wurzeln nach. Eine
seiner Großmütter wurde in der Grafschaft Cork in der Republik Irland
geboren.

Le Carré schaffte seinen großen Durchbruch 1963 mit dem
Spionagethriller ««Der Spion, der aus der Kälte kam». Es folgten gu
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zwei Dutzend weitere Bücher. Er galt auch als scharfer Beobachter
gesellschaftlicher Entwicklungen, der sich häufig zum Weltgeschehen
äußerte. Mit deutlichen Worten kritisierte er den Irak-Krieg im Jahr
2003, die populistischen Bewegungen in Polen und Ungarn und die
Politik von US-Präsident Donald Trump. Auch mit Kritik an der
britischen Regierung sparte er nicht. Den EU-Austritt des Landes hat
er nach Angaben seines Sohnes als schmerzhaft und sehr ärgerlich
empfunden.



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