Athen kritisiert Provokationen türkischer Küstenwache in der Ägäis

02.04.2021 13:03

Athen (dpa) - In der östlichen Ägäis ist es am Freitag nach Angaben
der griechischen Küstenwache zu mehreren Provokationen der türkischen
Küstenwache gekommen. So sollen türkische Patrouillenboote versucht
haben, Schlauchboote mit Migranten in griechische Gewässer zu lotsen.
Zudem zeigte ein Video das gefährliche Manöver eines Bootes der
türkischen Küstenwache. Der griechische Migrationsminister Notis
Mitarakis rief die Türkei dazu auf, die «ungerechtfertigten
Provokationen» zu unterlassen und den Flüchtlingspakt mit der
EU einzuhalten.

Wie die griechische Küstenwache mitteilte, hatten türkische
Patrouillenboote mehrere Schlauchboote von Migranten bis zur
griechischen Seegrenze nahe der Insel Lesbos regelrecht begleitet.
Die griechische Wasserpolizei habe verhindert, dass die Boote in
griechische Gewässer gelangten, woraufhin die türkische Küstenwache
die Migranten schließlich aufgenommen und zurück zur türkischen Küs
te
gebracht habe.

Es gebe keinen Zweifel, dass die betreffenden Migranten von der
türkischen Küste abgelegt hätten, sagte Mitarakis am Freitagmittag in

einem Video-Statement. Auch habe es sich nicht um bedrohte Menschen
gehandelt - vielmehr seien sie von der türkischen Küstenwache dabei
unterstützt worden, überzusetzen.

Athen kritisierte zudem einen weiteren Vorfall vom Freitag in
derselben Region - das gefährliche Manöver eines türkischen
Küstenwachen-Bootes, das mit hoher Geschwindigkeit in nächster Nähe
an den Griechen vorbeifuhr, wie ein Video des griechischen
Patrouillenboots zeigt.

Ankara hatte sich im Flüchtlingspakt mit der EU vom Jahr 2016 unter
anderem dazu verpflichtet, gegen unerlaubte Migration von der Türkei
in die EU vorzugehen. Seit Jahresbeginn und bis zum 28. März haben
nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) dennoch 777
Migranten aus der Türkei auf dem Seeweg übergesetzt; 764 kamen über
den Landweg von der Türkei in den Norden Griechenlands.



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