Iran setzt Hoffnung auf neue Atomverhandlungen

03.04.2021 09:45

Teheran (dpa) - Der Iran blickt positiv auf neue Atomgespräche ab
kommenden Dienstag in Wien. Das Treffen ist der erste ernsthafte
Versuch nach Amtsübernahme von US-Präsident Joe Biden, das
Atomabkommen mit dem Iran von 2015 zu retten. Der ehemalige
US-Präsident Donald Trump hatte im Mai 2018 einseitig die
Vereinbarung aufgekündigt. «Wir sind dabei aus der Sackgasse
rauszukommen», sagte Irans Atomchef Ali Akbar Salehi nach Angaben des
Nachrichtenportals Entechab am Samstag. Der Grund dafür sei, dass die
Agenda der Verhandlungen nicht mehr politisch, sondern technisch und
sachlich verfolgt werde.

Die Weichen für das Wiener Treffen wurden am Karfreitag während einer
Videokonferenz von Vertretern des Irans und der fünf verbliebenen
Vertragspartner des Wiener Atomabkommens von 2015 - China,
Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland - gestellt.
Dabei einigten sich alle sechs Parteien, die Verhandlungen zur
Rettung des Atomdeals sowie eine mögliche Rückkehr der USA
fortzusetzen. Zunächst treffen sich ab Dienstag politische Direktoren
und Expertenteams in Wien.

Das «Wall Street Journal» berichtete, dass der Iran und die USA
zuerst eine Vereinbarung aushandeln, welche Schritte beide Seiten in
welchem Zeitrahmen unternehmen, um zur ursprünglichen Vereinbarung
von 2015 zurückzukehren.

In einer Gesprächsrunde auf der Audio-Plattform Clubhouse bezeichnet
Salehi das Wiener Atomabkommen als einen strategisch wichtigen
Vertrag für den Iran. «Mit einer Diskreditierung des Abkommens würden

wir uns nur ins eigene Knie schießen», sagte Salehi. Um den Deal zu
retten, seien Verhandlungen nötig, «auch damit die Mauer des
Misstrauens (zwischen dem Iran und dem Westen) immer kleiner wird»,
so der Vizepräsident und Chef der iranischen Atomorganisation.



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