Tigray: EU-Außenbeauftragter warnt vor Chaos am Horn von Afrika

03.04.2021 14:37

Brüssel (dpa) - Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell befürchtet,
dass Gewalt in der äthiopischen Konfliktregion Tigray auch auf
Nachbarländer überschwappen könne. «Dieser Konflikt droht auch das

gesamte Horn von Afrika zu destabilisieren», schrieb der spanische
Politiker in einem Blogeintrag, der am Samstag veröffentlich wurde.

Er habe den finnischen Außenminister Pekka Haavisto gebeten, nach
Äthiopien zu reisen, um Anliegen der EU zu bekräftigen, so Borrell.
Für Europa habe es eine hohe Priorität, dass Menschenrechtsverstöße

aufhörten und Frieden wieder hergestellt werde. Zum Horn von Afrika
gehören neben Äthiopien die ostafrikanischen Länder Somalia,
Dschibuti und Eritrea.

Die Situation in Tigray verschlechtere sich zunehmend, schreibt
Borrell. Es gebe Berichte über systematische Vergewaltigungen,
Plünderungen sowie Vorwürfe, dass Kriegsverbrechen begangen würden.
Zudem beklagte er, dass der Konflikt von der Weltöffentlichkeit nicht
genügend wahrgenommen werde.

Äthiopiens Regierung hatte im November eine Militäroffensive gegen
die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die bis dahin in
der gleichnamigen Region an der Macht war. Hintergrund waren
jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung. Die
Kämpfe im Norden Äthiopiens verwandelten sich bald in einen komplexen
Konflikt, in den auch das Nachbarland Eritrea verwickelt ist. Der
andauernde Konflikt hat bereits Hunderttausende Menschen in die
Flucht getrieben und große Zerstörung angerichtet.



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