Euro-Architekt Robert Mundell in Italien gestorben

06.04.2021 16:44

Siena (dpa) - Der als einer der Architekten des Euro bekannte Ökonom
Robert Mundell ist nach Medienberichten im Alter von 88 Jahren an
Ostern in Italien gestorben. Seinen Tod bestätigte das
Bürgermeisteramt in Monteriggioni bei Siena am Dienstag auf Anfrage.
Der aus Kanada stammende Wissenschaftler, der 1999 mit dem Nobelpreis
für Wirtschaft geehrt wurde, hatte in der toskanischen Gemeinde einen
seiner Wohnsitze. Mundells Forschungsarbeiten gelten als theoretische
Grundlage für die länderübergreifende Einführung von Währungen. V
iele
zählten ihn damit zu den «Vätern des Euro».

In Kanada am 24. Oktober 1932 geboren, verbrachte der Ökonom einen
Großteil seiner wissenschaftlichen Karriere in den USA. So lehrte er
an der Columbia-Universität in New York. Seine Analysen der Geld- und
Fiskalpolitik beeinflussen bis heute Ökonomen und Politiker vieler
Volkswirtschaften.

Seit längerem hatte sich Mundell mit Familie im «geliebten Italien»
im Dorf Santa Colomba in der Gemeinde Monteriggioni auf einem
historischen Anwesen niedergelassen, wie die Nachrichtenagentur Ansa
berichtete. Dort sei er auch gestorben.

Der frühere Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) und heutige
Premier Italiens, Mario Draghi, nannte Mundell am Dienstag den
«genialsten und einflussreichsten Wirtschaftswissenschaftler seiner
Generation». Der Verstorbene habe die Entwicklung des Euro mit
«zukunftsweisenden Analysen» begleitet, schrieb der Regierungschef.



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