Gespräche über Atomabkommen: USA erwarten «langen Prozess»

06.04.2021 21:28

Washington (dpa) - Die US-Regierung erwartet lange und streckenweise
schwierige Verhandlungen zur Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem
Iran. «Wir erwarten, dass sie schwierige Abschnitte haben werden»,
sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Dienstag im
Weißen Haus mit Blick auf Gespräche in Wien von Spitzendiplomaten der
verbliebenen Abkommensparteien unter Vorsitz der Europäischen Union.
«Wir erwarten, dass dies ein langer Prozess sein wird.» Die
US-Regierung sei weiterhin der Auffassung, dass der diplomatische Weg
der richtige Weg vorwärts sei, fügte Psaki hinzu.

Die USA sitzen bei den am Dienstag begonnenen Gesprächen von
Vertretern der verbliebenen Partner des Wiener Atomabkommens -
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland, China und Iran -
nicht mit am Tisch. US-Vertreter in Wien sollen nach bisherigen
Plänen aber über den Verlauf der Gespräche informiert werden. Sie
sind der erste ernsthafte Versuch nach Amtsantritt von US-Präsident
Joe Biden, das Atomabkommen mit dem Iran zu retten. Ex-Präsident
Donald Trump hatte das Abkommen 2018 einseitig aufgekündigt.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, nannte die
Gespräche einen «konstruktiven» und willkommenen Schritt. Eine Absage

erteilte er jedoch «maximalistischen Forderungen» des Irans.
«Forderungen an die Vereinigten Staaten, einseitige Gesten oder
versöhnliche Ouvertüren zu machen, die von den Iranern nicht gemacht
werden, halte ich nicht für konstruktiv», sagte Price. Die Führung
des Irans pocht bislang darauf, dass die USA zunächst Sanktionen
aufheben. Erst unter dieser Bedingung will sich der Iran auch wieder
an die Abmachungen des Wiener Abkommens halten.



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