Neuer Esa-Chef: Europas Raumfahrt muss weltweit führend sein

07.04.2021 16:25

Paris (dpa) - Europas Raumfahrt muss nach Ansicht des neuen
Generaldirektors der Europäischen Weltraumorganisation Esa den
Ehrgeiz zur Weltklasse haben. «Europa muss meiner Meinung nach eine
ernsthafte Debatte darüber führen, wo es in den nächsten 10 bis 15
Jahren stehen will», sagte Josef Aschbacher am Mittwoch bei der
Vorstellung seiner Agenda. «Wir als Europäer müssen den Ehrgeiz
haben, dass unser Raumfahrtprogramm und unsere Raumfahrtagentur zur
Weltspitze gehören und weltweit führend sind», heißt es in dem
Papier, in dem der 58-jährige Österreicher gemeinsam den
Mitgliedsstaaten die Ziele für die kommenden Jahre festgelegt.

Aschbacher will die Debatte über Europas Raumfahrt auf hoher
politischer Ebene führen. Dazu plant er einen Weltraumgipfel im
kommenden Jahr. EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton, der auch für
Raumfahrt zuständig ist, und die Staats- und Regierungschef der
Esa-Mitgliedsstaaten müssten dabei wichtige Partner sein. Man wolle
bis zum Ende dieses Jahrzehnts den ersten Europäer auf der
Mondoberfläche haben und die bemannte Raumfahrt zum Mars
vorantreiben. Europa müsse sich immer auch mit den USA oder China
vergleichen, wo die Investitionen in die Raumfahrt deutlich höher
seien, so Aschbacher.

«Die Art und Weise, wie Unternehmen im Silicon Valley arbeiten, ist
sehr faszinierend und ziemlich inspirierend. Aber man kann das
Silicon Valley nicht nach Europa verpflanzen», so Aschbacher.
Trotzdem müsse Europa im Bereich privater Investitionen stärker
werden. Der Weltraum diene auf der einen Seite den Menschen, um den
Planeten, die Umwelt oder den Klimawandel zu verstehen. Auf der
anderen Seite eröffne er aber auch neue Möglichkeiten im Bereich
Technologie und schaffe wirtschaftliche Möglichkeiten. Aschbacher hat
das Amt des Esa-Generaldirektors im März übernommen. Sein Vorgänger
war der Deutsche Jan Wörner.



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