EU-Kommission legt Konjunkturprognose vor

20.05.2026 17:30

Bremst der Iran-Krieg Europas Konjunktur aus? In Brüssel wird eine
neue Schätzung vorgelegt.

Brüssel (dpa) - Wie sehr belastet der Iran-Krieg Europas Wirtschaft?
Das versucht die Europäische Kommission zu beziffern. Die Behörde
stellt an diesem Donnerstag in Brüssel (11.30 Uhr) ihre
Frühjahrs-Konjunkturprognose vor. Bei ihrer jüngsten Schätzung im
November sagte sie der deutschen Wirtschaft für 2026 ein Wachstum des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,2 Prozent voraus.

Im EU-Schnitt wurde ein Plus von 1,4 Prozent erwartet, in den Staaten
mit der Gemeinschaftswährung Euro ein durchschnittliches Plus in Höhe
von 1,2 Prozent.

Die Kommission veröffentlicht zweimal im Jahr ihre
Wirtschaftsprognosen für die Staatengemeinschaft, die Länder mit Euro
und jedes der 27 Mitgliedsländer. Außerdem gibt es Schätzungen für

EU-Beitrittskandidatenländer und andere Staaten.

Andere Experten: Trübe Aussichten

Anderen Konjunkturprognosen zufolge trübt der Iran-Krieg die
Aussichten erheblich ein. So halbierte die Bundesregierung Ende April
ihre Erwartungen und rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem
Mini-Wachstum von 0,5 Prozent. Auch das arbeitgebernahe Institut der
deutschen Wirtschaft (IW) senkte seine Prognose und erwartet nun noch
ein Wachstum von 0,4 Prozent der deutschen Wirtschaft.

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist es zu Preissprüngen etwa
bei Öl und Gas gekommen. Grund ist die faktische Blockade der für die
weltweite Energieversorgung wichtigen Straße von Hormus.