EU-Kommission will Arbeiten im Ausland erleichtern
15.09.2026 16:06
Ein Vorteil der Europäischen Union ist, dass Menschen vergleichsweise
einfach im Ausland arbeiten können. Unternehmen können um gute
Mitarbeiter werben. Die EU-Kommission will manches vereinfachen.
Straßburg (dpa) - Die EU-Kommission will das Arbeiten im europäischen
Ausland erleichtern. Ziel sei, das Talent in Europa bestmöglich zu
nutzen und weiteres anzuziehen, teilte EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen mit. Arbeitnehmer sollen ihre Ansprüche auf
Sozial- und Gesundheitsversicherung leichter nachweisen können, und
ihre Qualifikationen sollen in der ganzen EU leichter verstanden
werden. Die Initiative richtet sich überwiegend an Europäerinnen und
Europäer, einzelne Vorschläge betreffen aber auch Menschen aus
anderen Staaten, die in der EU arbeiten wollen.
Nach dem Willen der Brüsseler Behörde sollen die
Berufsqualifikationen unter anderem von Ärztinnen, Krankenpflegern,
Ingenieurinnen und Lehrern länderübergreifend schneller anerkannt
werden, innerhalb von fünf Wochen statt drei Monaten.
Qualifikationsnachweise sollen künftig in einem standardisierten
digitalen Format ausgestellt werden und in einer digitalen
Brieftasche (Wallet) abrufbar sein. Zudem soll es neue gemeinsame
Standards geben für die Anerkennung von Qualifikationen, die
außerhalb der EU erworben wurden.
Wichtiges digital bekommen
Die EU-Kommission schlägt außerdem einen Europäischen
Sozialversicherungsausweis (ESSPASS) vor, mit dem Bürger Dokumente
zur Sozialversicherung komplett digital beantragen und erhalten
können. Etwa die Europäische Gesundheitskarte, mit der Versicherte
bei vorübergehenden Aufenthalten im Ausland medizinisch notwendige
Behandlungen erhalten, und die sogenannte A1-Bescheinigung für
entsandte Arbeiter.
Die EU-Kommission hat dafür nun fünf Gesetzesvorschläge vorgelegt.
Damit sie in Kraft treten, müssen jeweils die EU-Staaten und das
Europaparlament zustimmen. Im Jahr 2024 lebten nach Angaben der
Behörde 14 Millionen der rund 450 Millionen Europäer im europäischen
Ausland, davon mehr als 10 Millionen im Arbeitsalter.
