Krise in Lissabon: Troika verschiebt neue Portugal-Prüfung

12.07.2013 10:51

Lissabon (dpa) - Aufgrund der politischen Krise in Portugal haben
die internationalen Geldgeber die nächste Prüfung des
Euro-Krisenlandes verschoben. Wie das portugiesische
Finanzministerium in der Nacht zum Freitag mitteilte, werden die
Inspektoren der Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank
(EZB) und Weltwährungsfonds (IWF) Ende August oder Anfang September
in Lissabon erwartet.

Die Inspektion hatte eigentlich am kommenden Montag beginnen
sollen. Die Regierung in Lissabon bat aufgrund der unklaren
politischen Lage jedoch um eine Verschiebung. Die Troika gab nach
Angaben des Finanzministeriums dem Gesuch statt. Eine Verschiebung
war bereits erwartet worden, da die vorige Inspektion später als
geplant abgeschlossen worden war.

Portugal hatte 2011 ein Hilfspaket von 78 Milliarden Euro
erhalten. Lissabon musste sich im Gegenzug zu einem strengen Sparkurs
verpflichten. In der vorigen Woche lösten die Rücktritte von
Finanzminister Vítor Gaspar und Außenminister Paulo Portas eine
schwere Regierungskrise aus. Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva trug
der konservativ-liberalen Regierung von Ministerpräsident Pedro
Passos Coelho auf, ein Bündnis mit den Sozialisten anzustreben.



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