EU-Parlamentarier machen im Fall Sombath weiter Druck auf Laos

28.10.2013 12:16

Ein prominenter Aktivist verschwindet in Laos bei einer
Polizeikontrolle. Die Regierung sagt, sie weiß von Nichts und will
zur Tagesordnung übergehen. EU-Parlamentarier lassen das nicht zu.

Bangkok (dpa) - Zehn Monate nach dem Verschwinden des bekannten
laotischen Aktivisten Sombath Somphone haben EU-Parlamentarier in dem
südostasiatischen Land Druck auf die Regierung gemacht. Die
Delegation habe der Regierung des kommunistischen Landes sehr
deutlich gesagt, das es für das Image des Landes wichtig sei, den
Fall zu lösen, sagte der CDU-Abgeordnete und Delegationsleiter Werner
Langen der Nachrichtenagentur dpa telefonisch aus der Hauptstadt
Vientiane. Die Delegation reiste am Montag nach Vietnam weiter.

Das EU-Parlament überlege, Sombath für den Sacharow-Preis «für d
ie
Freiheit des Geistes» zu nominieren, sagte Langen. Preisträger waren
unter anderem Nelson Mandela und Friedensnobelpreisträgerin Aung San
Suu Kyi aus Birma. Sie nahm den Preis mit 23-jähriger Verspätung
vergangene Woche in Straßburg entgegen. Sie lebte bei der Zuerkennung
1990 unter Hausarrest.

Sombath war im Dezember vergangenen Jahres mit seinem Auto in der
Hauptstadt Vientiane an einem Polizeikontrollpunkt gestoppt und
verschleppt worden. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Er hatte kurz
vorher im Rahmen des ASEM-Gipfels in Vientiane mit Staats- und
Regierungschefs aus Europa und Asien ein Bürgerforum organisiert, bei
dem es unter anderem um Landenteignungen ging. Seine Anhänger
glauben, dass das der kommunistischen Regierung ein Dorn im Auge war.

Eine Überwachungskamera zeichnete die Verschleppung zufällig auf.
Die Behörden beteuern, nichts mit dem Verschwinden zu tun zu haben.
Die Polizei habe Sombaths Papiere kontrolliert, wer ihn verschleppte,
wisse sie nicht. «Wir haben keine überzeugenden Antworten bekommen,»

sagte Langen. Allerdings sei das Gespräch offener gewesen als
erwartet. «Es war eine gewisse Ernsthaftigkeit erkennbar.»

«Die EU muss alle Hebel nutzen, um Sombaths Rückkehr
sicherzustellen,» verlangten mehrere Menschenrechtsorganisationen,
darunter Human Rights Watch und Amnesty International. Ob die EU.,
die Laos mit 16 Millionen Euro bei der Armutsbekämpfung unterstützt.
Gelder kürzt, sei bislang kein Thema, sagte Langen. «Die EU muss die
Regierung drängen, eine unabhängige Kommission zur Untersuchung des
Falls einzusetzen, idealerweise mit internationaler Besetzung.» Die
EU gehört zu den größten Geldgebern des bitterarmen Landes.



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