Frontex: Mehr illegale Grenzübertritte in die EU im September

16.10.2019 17:56

Warschau (dpa) - Die Zahl der illegalen Grenzübertritte in die EU ist
nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex im September deutlich
gestiegen. Sie lag auf den Hauptmigrationsrouten im Mittelmeerraum
bei rund 17 200 Fällen 14 Prozent höher als im August, wie Frontex am
Mittwoch in Warschau mitteilte. Insgesamt sank die Zahl illegaler
Grenzübertritte durch Migranten in den ersten neun Monaten des
laufenden Jahres auf 88 200, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war
dies ein Rückgang um 19 Prozent.

Zwei Drittel der illegal eingereisten Migranten kamen wie schon in
den Vormonaten über das östliche Mittelmeer. Im September wurden
Frontex zufolge auf der Route mehr als 11 500 Fälle registriert, das
waren 16 Prozent mehr als im August. Seit Januar betrug die Zahl
damit etwa 50 600 und lag laut Frontex 22 Prozent höher als im Jahr
zuvor. Etwas weniger als die Hälfte der auf dieser Route entdeckten
Flüchtlinge kam demnach aus Afghanistan.

Über das westliche Mittelmeer nach Spanien reisten laut Frontex im
September rund 2400 Migranten ein - 12 Prozent mehr als im Monat
zuvor, wie es hieß. In der bisherigen Jahresbilanz waren es mehr als
17 800 Menschen, damit halbierte sich die Zahl im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum. Die meisten Menschen auf der Route kamen demnach
aus dem südlichen Teil Afrikas.

Auf der zentralen Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien gab es
mit 2280 registrierten illegalen Grenzübertritten im September einen
Anstieg um 16 Prozent im Vergleich zum August. In der bisherigen
Jahresbilanz wurden 9700 Fälle erfasst, weniger als die Hälfte im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die meisten Menschen auf der Route
kamen demnach aus Tunesien und dem Sudan.

Auf der Balkanroute registrierte Frontex im September 450 illegale
Grenzübertritte. In den ersten neun Monaten des Jahres waren es 7300,
ein Anstieg um 80 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2018.
Weitere knapp 2800 Migranten wurden in den vergangenen neun Monaten
von Frontex auf anderen Routen registriert, die nicht gemeinsam
gebündelt sind.



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