EU-Auswertung: Kühlster Frühling in Europa seit 2013

07.06.2021 10:32

Reading (dpa) - Ein lange bestehendes Tiefdruckgebiet hat Europa den
Aufzeichnungen des europäischen Copernicus-Klimawandeldienstes
zufolge den kühlsten Frühling seit 2013 beschert. Die Temperatur habe
um 0,45 Grad unter dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020 gelegen, teilte
das EU-Projekt am Montag im englischen Reading mit. In weiten Teilen
Europas seien niedrigere Temperaturen gemessen worden als im
langjährigen Durchschnitt. Ausnahmen waren Skandinavien sowie der
Südwesten der Iberischen Halbinsel.

«Der Monat war von ungewöhnlichen zyklonalen Wetterbedingungen
geprägt», betonte Copernicus. Als zyklonal wird Wetter bezeichnet,
das unter dem anhaltenden Einfluss von Tiefdruckzonen steht. Dies
führte vor allem im Mai zu unterdurchschnittlichen Temperaturen - in
Deutschland war es der kälteste Mai seit 2010, wie zuvor der Deutsche
Wetterdienst mitgeteilt hatte.

Weltweit registrierten die Forscher auch im Mai höhere Temperaturen
als im langjährigen Durchschnitt: Der Monat war durchschnittlich 0,26
wärmer als im Mittel der vergangenen 20 Jahre. Vor allem
Westgrönland, Nordafrika, der Nahe Osten sowie Nord- und Westrussland
waren betroffen. In den zwölf Monaten bis Mai lag die globale
Temperatur um 0,29 höher als im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020.



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